Druckschrift 
4 (1902) Die Monocotyledoneen, Gymnospermen und Kryptogamen
Entstehung
Seite
35
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

35

Crocus sativus Linn.

Tafel 144.

Knolle von dünnen, netzfasrigen Hüllen umgeben; Blätter mit den Blüthen im Herbst erscheinend,länger als diese; Perigon violett, im Schlünde gebartet; Narben eingerollt, an der Spitze gekerbt, getrocknetwohlriechend.

Crocus sativus Linn. Spec. pl. ed. I. 36; Allione, Fl. Pedem. I. 84; Woodv. Med. pl. t. 176; Bedoute,LH. t. 173; Sow. Engl. bot. V. t. 343; P. DG. Fl. fr. III. 493; Hayne, Arzneipfl. VI. t. 25; Nees,Düsseid. Abb. t. 58; Guimp. u. Schlecht. Pfl. Pharmacop. t. 173; Reichb. Fl. Germ. IX. t. 360; Nees,Gen. pl. III. t. 10; Berg u. Schmidt, Abbild, u. Beschr. t. I d ; Bentl. and Trim. Med. pl. t. 274; Köhler,Medizinalpfl. t. 164; Baill. Fl. med. 1421. fig. 34583462; Flück. and Hanb. Pharmacogr. 601; Fluch.Pharmacogn. 773; Maw, Monogr. Crocus 38; Pax in Nat. Pflzfam. II. (5.) 143. fig. 98; Arth. Meyer,Drogenk. II. 344.

Safranpflanze; französisch: Safran; englisch: Saffron.

Die von einer netzfasrigen, braunen Hülle umgebene, fleischige Knolle ist niedergedrückt kugelförmigoder kuchenförmig, am Scheitel und am Grunde dort, wo sie der vorjährigen Mutterknolle aufgesessenhat, eingedrückt. Die Faserhülle rührt von den abgestorbenen Scheiden der vorjährigen Laubblätter her;sie setzt sich an der noch nicht blühenden Sommerknolle als brauner Schopf über dieselbe fort. Werdendiese Hüllen entfernt, so zeigen sich die ringförmigen Ansatzcurven an dem Knollenkörper. Auf ihm be-finden sich mehrere Knospen, die als Anlage für weitere Pflanzen dienen. Aus dem vertieften Scheitelaber erhebt sich die blühende Axe. Am Grunde befindet sich ein Kranz von fadenförmigen, weissen Wurzeln.

Der blühende Spross trägt an seinem schwach verdickten, unteren Theile 56 häutige, weiss undgrün gestreifte, schief gestutzte Scheiden, dann folgen von ihnen umschlossen 69 schmal linealische,am Grunde kurz scheidig erweiterte, spiralig angereihte, dunkelgrüne, stumpfe, völlig kahle Laubblätter,die mit oder etwas vor den Blüthen erscheinen und am Rande so weit eingerollt sind, dass die Spreiterückseits zweirinnig ist; die Mittelrippe ist weiss; die Blätter sind länger als die Blüthen, nach der Voll-blüthe wachsen sie noch etwas weiter.

Eine Blüthe beschliesst das Ende der gestauchten Axe. In der Achsel des obersten Laubblattes sitztdie Knospe, welche vor allen anderen Laubblattknospen die Blüthe für das kommende Jahr entwickelnwird. Nach der Vollblüthe wächst die Basis der bleibenden Sprosse zu nächstjährigen Knollen heran,während die diesjährige in gleichem Maasse ausgesaugt wird, endlich verwittert und abfällt. Die Blüthewird umhüllt von einer häutigen weissen Scheide, die am Grunde des Blüthenstieles sitzt, in ihrer Achselentspringt bisweilen eine zweite entwickelte oder unentwickelte Blüthe. Der Blüthenstiel erreicht eineLänge von 2 cm; unterhalb des Fruchtknotens sitzt ein letztes häutiges Scheidenblatt, das entweder ineine einfache Spitze ausläuft oder am Ende zweispitzig ist 1 ) und hoch an der Perigonröhre herauf reicht.Der unterständige Fruchtknoten ist stielrund, dreifächrig, weiss; in jedem Fache sitzen zahlreiche, auf-strebende, anatrope Samenanlagen zweireihig geordnet. Das Perigon ist trichterförmig; die violette, nachunten hin weisse Bohre misst 710 cm; sie ist am Schlünde bärtig; die 6 Zipfel sind oblong, stumpf, amGrunde verschmälert, die inneren sind etwas kleiner, alle sind violett gefärbt und dunkler geädert. Die3 Staubgefässe stehen vor den äusseren Perigonabschnitten, sie sind halb so lang wie diese; die weissenFäden sind 810 mm lang, der pfeilförmige, gelbe Beutel ist um die Hälfte länger; die beiden Theken

*

1) Es scheint immer dann zweispitzig zu sein, wenn in der Achsel des vorhergehenden Blattes eine Blüthe sitzt,oder wenigstens deren Knospe angelegt ist.

5*