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4 (1902) Die Monocotyledoneen, Gymnospermen und Kryptogamen
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steif, cylindrisch, gleichmässig und hat einen Durchmesser von 1012 cm; er ist glatt, geringelt und grau,oben schmutzig grün.

Die 79 Blätter sind schräg aufrecht, gebogen, sehr kurz gestielt. Die Scheide ist bauchig, längs-gestreift, aussen grün, innen weiss, im Alter wird sie braun. Die Spreite hat eine Länge von 1,71,9 mund eine Breite von 80100 cm; sie ist im Umfang oval, fiederschnittig, beiderseits kahl, dunkel-, fastschwarzgrün und getrocknet sehr brüchig. Die Spindel ist dreikantig, nach der Spitze zu vierkantig, inder Jugend mit brauner Kleie spärlich bestreut, die später schwindet; die Fiederabschnitte sind sehr zahl-reich, fast gegenständig, genähert, schief nach der Spitze gewendet, linealisch bis schmal lineal-lanzettlich,zugespitzt und meist etwas aufgerissen; sie werden bis 1 m lang und etwas darüber; zuerst sind sie sehreng gefaltet, später breiten sie sich aus und werden bis 7 cm breit. Die Nerven sind oberseits eingesenkt,unterseits springen sie vor.

Die Kolben entspringen einzeln aus den Achseln meist einiger der unteren Blätter und erscheinennach deren Abfall; die Palme blüht und bringt Früchte zu gleicher Zeit. Der Blüthenstand ist zuerstaufrecht, etwa 60 cm lang, sehr verzweigt, völlig kahl, zuerst zusammengezogen, elfenbeinweiss, dannspreizen die Äste, ergrünen und werden später braungrün. Die Scheide ist doppelt, 3035 cm langund 1012 cm breit, oblong spateiförmig, stumpflich, convex-concav, aussen grün, innen weiss, leder-artig, abfällig.

Die Äste letzter Ordnung tragen am Grunde einzelne weibliche und weiter oben zahlreiche männ-liche Blüthen; sie sind gekrümmt, unten dreikantig, oben zusammengedrückt vierkantig. Die männ-liche Blüthe ist 34 mm lang, dreikantig; meist stehen sie gepaart; sie sind weisslich und vollkommenkahl; sie hauchen einen wohlriechenden Duft aus. Die äusseren Perigonabschnitte sind klein, dreilappig,die Zipfel sind eiförmig dreiseitig, spitz; die innern sind oblong, spitz, gestreift, papierartig, am Grundeschwach verbunden. Die 6 Staubgefässe sind etwas kürzer als die letzteren und wie die ganze Blüthekahl; die pfeilförmigen Beutel springen innenseits mit Längsspalten auf. Der Stempelrest überragt dieStaubgefässe und läuft in 3 pfriemliche, oben schwach gewundene Narben aus.

Die weiblichen Blüthen sind 78 mm lang, sie stehen einzeln und werden von mehreren Bracteolengestützt, welche zuerst weiss sind, dann nach Abfall der Scheide ergrünen. Die äusseren Perigonblättersind gross, eiförmig, spitz, am Grunde gedunsen, am Rücken gekielt, elfenbeinweiss, fleischig, nach obenhin und den Rändern werden sie dünner. Die inneren sind ähnlich, aber in eine etwas längere Spitzeverjüngt. Der Fruchtknoten ist dreikantig, eiförmig und geht oben allmälig in die 3 zusammen-geneigten Narben aus; er ist dreifächrig, aber nur das eine Fach entwickelt aus der eiförmigen, schiefam Grunde aufsitzenden anatropen Samenanlage einen Samen. Am Grunde befindet sich ein Kranz von6 Staminodien.

Die Frucht ist ellipsoidisch, von der Grösse eines Hühnereies und wird von dem herangewachsenenPerigon umgeben; sie ist zuerst grün, dann wird sie orangefarbig, sehr lange aufbewahrt schmutzig braun.Das dicke Fleisch ist gelblich, weich, vertrocknet aber schliesslich, so dass die äussere Fruchthaut nurfasrig und nicht mehr fleischig erscheint.

Der Same ist halbeiförmig oder eiförmig, roth, am Grunde gestutzt; hier trägt er den grossen, excen-trisch gestellten, breit dreiseitigen Nabel und den Deckel. Das Nährgewebe ist sehr fest, hornig, weiss;es wird von braunen Zerklüftungsfalten durchsetzt. Der Keimling ist rundlich kegelförmig, milchweiss,am Grunde des Nährgewebes aufrecht.

Die Betel-Palme ist im malayischen Archipel heimisch; sie wird aber jetzt überall im tropischenSüd- und Ostasien cultivirt. Sie liefert die Betel-Nuss, welche mit Kalk oder auch mit Zusatz vonTheilen der Blätter und des Blüthenstandes des Betelpfeffers gekaut wird. Die Betelnuss, der Same derPflanze, findet ferner in der Thiermedicin Verwendung und wird in den Apotheken unter den NamenArecanuss, Semen Arecae geführt.