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4 (1902) Die Monocotyledoneen, Gymnospermen und Kryptogamen
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TRITICUM L.

Ährchen aus wenigen, oft nur 2 zwittrigen Blüthen zusammengesetzt, darüber noch bis 3 männlicheoder unvollständige Blüthen in den Aushöhlungen des Spindelchens eingelassen, diesem die Breitseite zu-wendend. Hüllspelzen 2, steif, kürzer und auch oft schmäler als die Deckspelzen, ungleichseitig, wenig-nervig, kurz begrannt oder wehrlos. Deckspelzen bauchig, auf dem Rücken gerundet, oben gekielt, ge-zähnelt, der Mittelzahn oder auch die seitlichen begrannt, oder nur zugespitzt, fünf- bis neunnervig, dieSeitennerven fliessen mit den Mittelnerven nicht zusammen. Vorspelze kürzer, zweikielig, Kiel gewimpert.Staubgefässe 3; Griffel frei, sehr kurz; Narben federförmig. Frucht eiförmig oder oblong, an der Spitzeoft zottig, an der Vorderseite von einer Längsfurche durchzogen, an den Spelzen anhängend oder vonihnen frei. Einjährige oder zweijährige Gräser mit flachen Blättern. Zusammengesetzte Ähre endständig,verlängert oder verkürzt.

Die Gattung enthält kaum über 10 wildwachsende Arten; die cultivirten scheinen auf eine Art zurück-zugehen.

Triticum sativum Lam.

Tafel 140.

Hüllspelzen durch den Kiel sehr ungleichseitig, kürzer als das Ährchen; Deckspelzen bauchig gedunsen,kaum länger als die Vorspelze; Ährenspindel zähe; die mehr häutigen Spelzen entlassen die Früchte leicht.

Triticum sativum Lam. Encycl. t. 49; Baill. Bot. med. 1365. Fig. 3389 3391; HacJc. in Engl.-Prtl.Nat. Pßanzenfam. IL (2.) 81. Fig. 9498; GarcJce, Fl. Deutschi. 703.

Triticum vulgare Vill. Fl. Dauph. IL 153; Host, Gram. t. 226; Trattin. Arch. t. 312. 312 a ; Nees,Düsseid. Abb. t. 31: Guimp. u. Schlecht. Pfl. Pharm. 244; Nees, Gen. Germ. I. t. 79; Aschers. Fl. M. Brandenb.870; Köhler, Medizinalpfl. t. 87; Hook.fil. Fl. Br. Ind. VII 367.

Weizen; französisch: Froment; englisch: Wheat.

Der Weizen ist ein einjähriges oder zweijähriges Kraut; im ersteren Falle keimt die Frucht imHerbste und die junge Pflanze überwintert, im zweiten keimt sie im Frühjahre. Die Keimpflanze bestocktsich zunächst, d. h. sie erzeugt aus den grundständigen Laubblättern mehrere Seitenaxen, die alle bis zugleicher Grösse heranwachsen, dann entwickeln alle zugleich die Blüthenstände und treiben die Halmeaus. In dieser eigenthümlichen Entwicklung beruht die Thatsache, dass alle Halme eines Feldes zugleichblühen und fruchten. Der längsgestreifte, stielrunde, hohle Halm ist vollkommen kahl.

Die Blätter sind, den langen Internodien entsprechend, hoch bescheidet, die Scheiden sind, wie daskurze, etwa 1 mm lange gestutzte, dünnhäutige Blatthäutchen kahl.

Die zusammengesetzte Ähre ist bisweilen nur 2 cm 1 ) lang, bisweilen misst sie 15 cm; 810 cm sinddas Durchschnittsmass. Die kahle oder behaarte, hin und her gebogene und flach gedrückte Spindel istabwechselnd ausgehöhlt und zähe. Das Ährchen ist eioblong bis eiförmig, planconvex, spitz, am Grundeabgerundet, 1014 mm lang und 89 mm oberhalb des Grundes breit. Die beiden, fast gleichen asym-metrischen Hüllspelzen sind kürzer als das Ährchen; sie werden von einem kielförmig vorspringenden,excentrisch gelegenen Hauptnerven durchzogen, auf dem breiteren Theile sind 3 Seitennerven; sie sindgedunsen und am untersten Grunde flach, oben sind sie gestutzt und in eine kleine Spitze zusammen-gezogen. Blüthen sind in der Regel 5 bis höchstens 6 angelegt, die letzte ist nur mikroskopisch nach-weisbar; von ihnen werden nur 2, höchstens 3 befruchtet und erzeugen Früchte. Die stark gedunsenen

1) An der Form, welche das Material zu den Florentiner Strohhüten liefert, ist sie bisweilen noch kürzer.