21
Die endständige zusammengesetzte Ähre ist 10—13 cm lang; die Spindel ist zusammengedrückt undabwechselnd rechts und links ausgehöhlt, am Eande scharf und zickzackförmig hin und her gebogen; dieZwischenknotenstücke sind etwa halb so lang wie die Ährchen. Diese sind in der Regel fünfblüthig; siesitzen in den Aushöhlungen der Spindel und kehren ihr die breiten und flachen Seiten zu; ein Deckblatt istnicht vorhanden; sie sind 1,5—2 cm lang und 4—6mm breit. Die 2 Hüllspelzen sind kahnförmig, lanzettlich,zugespitzt, am oberen Rücken und am Rande fein gewimpert; sie sind nicht ganz gleichgross und fünf-bis siebennervig. Die Deckspelze ist ähnlich, zugespitzt oder begrannt, fünfnervig. Die Vorspelzeist etwas kürzer, dünnhäutiger, zweikielig, aussen an den Kielen gewimpert, an den Rändern eingeschlagen,an der Spitze gestutzt und kurz zweizähnig. Die Schwellkörper [lodiculae) sind kaum 2 mm lang,schief eiförmig, zugespitzt, häutig, aber am Grunde fleischig, an der Spitze gewimpert. Die 3 Staub-gefässe sind überhängend; der lineale, oben und unten ausgerandete Beutel ist am Grunde befestigt; diePollenkörner sind kugelrund, ganz glatt und mit einem Porus versehen. Der eiförmige Fruchtknoten istam Scheitel behaart; die beiden Griffel sind am Grunde frei, aufgerichtet, die federförmigen Narben sindübergebogen.
Die Frucht ist 6—7 mm lang, im Umriss linealisch-lanzettlich, vorn flach und von einer Furchedurchzogen, am Rücken gewölbt; am Scheitel ist sie behaart. Der kleine Keimling liegt am Grundeseitlich dem reichlichen, mehligen Nährgewebe an.
Die Quecke ist in ganz Europa auf Äckern und in Gärten ein lästiges Unkraut; sie wächst auch aufWegen, in Hecken und an Zäunen, und findet sich sonst noch in Sibirien, Afghanistan, Nordafrika undNordamerika.
Das getrocknete Rhizom wird als Rhizoma Graminis, Queckenwurzel, in den Apotheken geführt.
Erklärung der Abbildungen.
Fig. A. Die blühende Pflanze, nach einem lebenden Exem-plar: a. Ausläufer; b. die Ährenspindel; c. Grundder Aushöhlung der Axe; d. die Hüllspelzen; e. dieDeckspelzen.
Fig. B. Das Ährchen, 5mal vergrössert: /. die Vorspelze.
Fig. C. u. D. Die Deck- und Vorspelze.
Fig. E. Die Blüthe im Querschnitt: g. die Schwellkörper;h. Staubgefässe; i. Fruchtknoten mit der Samen-anlage.
Fig. F. Die Blüthe: k. die Griffel mit den Narben.
Fig. G. Einer der Schwellkörper, 12 mal vergrössert.
Fig. H. Der Staubbeutel, 7mal vergrössert.
Fig. I. u. K. Pollenkörner, trocken und im Wasser, 200malvergrössert.
Fig. L. Die Frucht, von den Spelzen umhüllt, 5mal ver-grössert.
Fig. M. Die Frucht im Querschnitt.
Fig. N. u. O. Die Frucht ohne die Spelzen von der Rücken-und Bauchseite: l. der Keimling.
Fig. P. Dieselbe im Längsschnitt.
Fig. Q. Der Keimling im Längsschnitt, 15mal vergrössert:n. das Würzelchen; o. das Schildchen ;/>.das Knöspchen.