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ALPINIA Linn.
Blüthen vollständig, zwittrig, zygomorpb. Kelch röhrenförmig, dreilappig, bisweilen an einer Seiteaufgeschlitzt. Blumenkrone röhrenförmig, dreispaltig, der eine unpaare, äussere Zipfel meist etwas grösser,bisweilen mit einem Hörnchen versehen. Labell meist gross, oft gelappt. Seitenstaminodien verschiedengestaltet, meist zahnförmig, bisweilen fehlend. Staubfaden länger oder kürzer, schmäler oder bandartigverbreitert; Beutel parallel oder etwas spreizend, Mittelband verlängert oder fehlend. Nectarien entwederdünner und blattartig oder dicker, bisweilen zerklüftet. Griffel fadenförmig; Narbe trichterförmig, gewimpert.Frucht kapsei- oder beerenartig, geschlossen oder dreiklappig aufspringend. Samen kantig mit einemSamenmantel versehen. — Stauden mit knolliger, knotig gegliederter Grundaxe und oft sehr hohen, blatt-tragenden Stengeln von der Art, wie sie beim Ingwer beschrieben sind; in der Regel werden sie von demBlüthenstande endlich beschlossen; seltener sind besondere Blüthenstände aus der Grundaxe. Neben diesenkommen auch reine Laubtriebe vor, wenn der Zweig nämlich der Grundaxe noch nicht kräftig genugzur Blüthe ist. Blüthenstand traubig oder häufig durch die Verzweigung aus den Vorblättchen rispig;Sonderblüthenständchen wickelig.
Über 100 Arten, namentlich wenn Renealmia, wie es geschehen muss, mit Alpinia vereinigt wird, inden Tropen beider Hemisphären.
Alpinia officinarum Hance.
Tafel 138.
Blätter schmal lineal lanzettlich, lang zugespitzt, kahl; Blatthäutchen lang, zugespitzt; Blüthenstandtraubig, die blatttragende Axe beschliessend; Vorblättchen klein, wie die Deckblätter abfällig.
Alpinia officinarum Hance in Journ. Linn. soc. XIII. 1; Uanbury, Science pap. 511; Fluch, andHanb. Pharmacogr. 580; Bentl. and Trim. Med. pl. t. 271; Bot. mag. t. 6995; Arth. Meyer in Arclt.Pharm. COXVIII. 425 (1881), Drogenhunde II. 71; Baill. Bot. med. 1422; Köhler, Medizinalpjl. t. 187;Fluch. Pharmacogn. 380; Peters, in Engl.-Prtl. Nat. Pflanzenfam. IL (6.) 24.
Echte Galangapflanze; französisch: Galanguier; englisch: True Galangaplant.
Die Halme werden 1—1,50 m hoch; der Stengel ist vollkommen kahl. Die Blätter sind zweizeiligabwechselnd gestellt. Die Blatt seh ei den sind längsgestreift und kahl; das Blatthäutchen wird 2—2,5 cmlang, es ist sehr zart und dünnhäutig, braun, dreiseitig, zugespitzt und läuft ein wenig an der Scheideherab. Die hellgrüne Spreite ist 20—30 cm lang und in der Mitte 1,5 bis höchstens 2 cm breit; sie istnicht deutlich gestielt, schmal lineal lanzettlich, lang zugespitzt und am Ende eingerollt, am Grunde ver-schmälert; die Blätter unter dem Blüthenstande scheinen heller gefärbt zu sein und werden kleiner, so dassdie Spreite endlich nur 4 cm lang ist.
Der Blüthenstand ist eine pyramidenförmige Traube; die Blüthen sind unten weitläufig gestellt,aber oben wegen der Verkürzung der Axe zusammengedrängt. Die Begleitblätter derselben sind äusserstleicht abfällig, so dass wir sie nicht gesehen haben; nach denselben Organen an verwandten Arten zuschliessen, sind sie klein und unbedeutend. Die Spindel ist deutlich gekantet und sehr fein behaart. DieBlüthenstielchen sind sehr klein, kaum je über 1 mm lang. Der Fruchtknoten ist ellipsoidiseh bis fastkugelförmig, 3 mm lang und weiss filzig. Der Kelch hat eine Länge von 10 mm; er ist kurz dreilappigund an einer Seite bis zur Hälfte, ja noch darüber aufgeschlitzt. Die ganze, weisse Blumenkrone ist3 cm lang und bis über die Hälfte in lanzettliche, stumpf liehe, häutige Zipfel getheilt, von denen der
Berg u. Schmidt, Officinelle Gewächse. IV. 3