Druckschrift 
4 (1902) Die Monocotyledoneen, Gymnospermen und Kryptogamen
Entstehung
Seite
10
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

10

Der sehr fein behaarte Fruchtknoten ist dreikantig. Der weissliche Kelch ist halb so lang wiedie Blumenkronenröhre und ungleich dreilappig. Die Blumenkronenzipfel sind von der Länge derRöhre, eiförmig und hellgelb, der obere ist etwas grösser und an der Spitze schwach kappenförmig zu-sammengezogen. Das gelbe Labell ist breit umgekehrt eiförmig, an der Spitze schwach ausgerandet.Die blumenblattartigen, etwas asymmetrischen Seitenstaminodien sind so lang wie das Labell und zu-sammengefaltet. Der auf einem breiten Faden sitzende, gelbe Staubbeutel ist im Mittelband nicht überdie Theken heraus verlängert; die letzteren sind am Grunde gespornt. Der fadenförmige Griffel endetin eine topfförmige, tief ausgehöhlte, senkrecht abstehende, am Rande fein gewimperte Narbe. Die2 Nectarien sind stiftförmig. .

Die Frucht ist eiförmig und schwach dreikantig, glatt und kahl; sie öffnet sich unregelmässig. DieSamen sind ellipsoidisch, schwarzbraun und werden von einem weissen Mantel umhüllt.

Die Zittwerpflanze findet sich nach Baker im östlichen Himalaya wild; sie wird durch ganzIndien, besonders um Madras, auf Ceylon und in dem Malayischen Archipel cultivirt.

Die der Länge nach halbirten, gevierteilten oder in Querscheiben geschnittenen und getrocknetenknollig verdickten Enden der Rhizomzweige der Pflanze kommen als Rhizoma Zedoariae (Zittwerwurzel)in den Handel.

Erklärung der Abbildungen.

Fig. A.

Fig. B.Fig. C.

Die blühende Pflanze, nach einem im königlichenbotanischen Museum zu Berlin aufbewahrten Exem-plare aus Vorderindien, ergänzt durch eine Pflanzedes botanischen Gartens.Ein Blatt.Ein Sonderblüthenstand.

Curcuma aromatica Salisb. 1 ).Fig. D. Die Blüthe, natürliche Grösse.Fig. E. Das Staubgefäss und der Griffel, 2mal vergrössert.

Fig. F. Der Staubbeutel im Querschnitt, 3 mal vergrössert.

Fig. G. Der Fruchtknoten mit den Nectarien und dem Grif-fel, natürliche Grösse.

Fig. H. Derselbe, 2 mal vergrössert.

Fig. I u. K. Der Fruchtknoten im Querschnitt.

Fig. L. Die Narbe, von der Seite und von vorn, 5 mal ver-grössert.

1) Da die vorliegenden Bliithen sich nicht zur bildlichen Wiedergabe eigneten, mussten wir die Bliithenanalysen vonC. aromatica Salisb., der nächst verwandten Art, nach der I. Auflage des Pflanzen-Atlasses wiederholen.