Druckschrift 
4 (1902) Die Monocotyledoneen, Gymnospermen und Kryptogamen
Entstehung
Seite
9
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

mhi

Die Gattung umfasst etwa 35 Arten, die aber zum grossen Theile nur mangelhaft bekannt sind, dagetrocknete Materialien nur sehr wenig brauchbar für die Untersuchung sind. Sie gedeihen von Vorder-indien bis nach den Philippinen, dem Malayischen Archipel, Neuguinea und Nordaustralien.

Curcuma Zedoaria Rose.

Tafel 135.

Grundaxe im Innern weiss oder bleichgelb; Blattstiel so lang oder länger als die Spreite; obereunfruchtbare Bracteen weiss, oben rosenroth; Blumenkrone hellgelb.

Curcuma Zedoaria Rose. Mon. pl. t. 109; Horan. Monogr. 23; Bak. in Hook.ßl. Fl. Brit. Ind. VI.210; Köhler, Medizinalpß. t. 181; Fluch. Pharmacogn. 369; Arth. Meyer, Drogenk. IL 62; Baill. Bot.med. 1430.

Curcuma Zerumbet Roxi, in As. research. XI. 333, Hort Bengal. 1, Fl. Ind. I. 20, Coromand. pl.t. 101; Graham, Cat. pl. Bomb. 209; Royle, Illustr. 859; Thwaites, Enum. pl. Ceyl. 316.

Curcuma öfficinalis Salisb. in Trans, hört. soc. I 285.

Curcuma speciosa Lk. Enum. pl. hört. Berol. IL 3.

Amomum Zedoaria Berg. Mat. med. 41; Willd. Spec. pl. I 7.

Amomum Zerumbet Koenig in Retz. Observ. III. 55.

Amomum latifolium Lam. Encycl. I. 134.

Zittwer; französisch: Zedoaire; englisch: Zedoary.

Die cylindrische, später oft eiförmige, aromatische, mit Schuppen besetzte Grundaxe ist im Äussernund auch im Innern weiss oder nur leicht gelblich gefärbt; sie wird bis 2,5 cm dick. Aus ihr tretenzahlreiche Nebenwurzeln, welche sich nicht selten an der Spitze zu ellipsoidischen oder spindelförmigen,nicht aromatischen Körpern verdicken. Mehrere der Grundaxen stehen mit einander als ein bandförmigesGanzes in Verbindung. Sie erzeugt zweierlei Triebe, nämlich vegetative und fertile. Die letzterenerscheinen im Frühjahre und zwar etwas früher als die ersteren. Die blättertragende Axe stellt einensehr verkürzten Kegel dar, auf welchem dicht gedrängt zu unterst weisse Schuppen, dann die mit Scheidenversehenen Blätter sitzen. Der Vegetationskegel stellt schliesslich seine Thätigkeit, Neubildung zu erzeugenein, so dass die Axe blind endet. Die Blattscheide ist verhältnissmässig kurz, stengelumfassend und offen.Der Blattstiel misst 2530 cm; er ist ausgekehlt und etwas zusammengedrückt. Die Spreite ist ein wenigkürzer, oblong lanzettlich, auf beiden Seiten allmälig zugespitzt, beiderseits kahl, grün, aber am Mittelnerventlang roth gefärbt.

Der blüthentragende Trieb wird 2030 cm lang und ist fingerdick; er ist nur mit schuppen-artigen grünen Blättern bekleidet, welche nach oben hin in die lineal oblongen, spitzen oder stumpflichen,gleichgefärbten Deckblätter übergehen.

Der Blüthenstand ist eine bis 10 cm lange, ziemlich dichte, zusammengesetzte Ähre, welche voneinem Schöpfe bunter, d. h. weisser, oben rosenrother, unfruchtbarer Deckblätter gekrönt wird. Währenddie Blätter an den sterilen Trieben streng abwechselnd zweizeilig gestellt sind, weisen die Deckblätterdes Blüthenstandes eine spiralige Anreihung auf. In Verbindung mit dieser Anreihung steht die Erschei-nung, dass sie die Axe nicht mehr ganz, sondern nur auf etwa 2 / 3 des Umfanges umfassen. Entfernt manein Deckblatt, so findet man, in einer schleimigen, wässrigen Flüssigkeit stehend, stets einen Sonder-blüthenstand. Er kommt dadurch zu Stande, dass das rechtwinklig zum Tragblatt stehende Vorblatt derPrimanblüthe fruchtbar ist und eine Secundanblüthe hervorbringt. Auch der letzteren geht ein rechtwinkligzum Tragblatte gestelltes Vorblatt voraus, das fruchtbar ist. Auf diese Weise entsteht eine schraubel-artige Verkettung von 4 und mehr Blüthen. Diese Begleitblätter sind dünnhäutig und weiss und so langwie der Kelch.

Berg u. Schmidt, Ofiicinelle Gewächse. IV. o