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2 (1913)
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150
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Felke :

rein, regelmässig, keine Verbreiterung. Puls von sehr geringer Spannungund Füllung, Frequenz 90; Achseltemperatur 34.5 °. Der Leib erscheint sehrleer, die Därme sind zusammengesunken. Es werden dauernd reichliche,weisse, flockige Stühle entlehrt, die wie dünne Mehlsuppe aussehen. AllesGetrunkene wird erbrochen; Urin nicht vorhanden.

Verlauf: Unter reichlichen Kampfer- und Coifeingaben ändert sichdas Befinden nicht. Das Erbrechen hält an, die Durchfälle kommen nichtzum Stehen. Es treten Gesichtstäuschungen und Benommenheit auf. Zwischen-durch wird Patient klar und klagt über heftige Schmerzen von seinen Muskel-krämpfen. Der Puls ist kaum fühlbar. Die Prognose ist absolut schlecht.Subkutane Kochsalzinfusion wirkt nicht. Eine Änderung im Befinden wirdherbeigeführt durch intravenöse Gabe von 1 mg Strophanthin (Boehringer)und unter sofortigem Anschliessen einer intravenösen Kochsalzinfusion (1.5 1).Noch während der Infusion verschwinden die Wadenkrämpfe und Patientselbst erholt sich fast momentan. Nach zwei Stunden liest er schon wiederSherlock Holmes". Um 6 Uhr ist die Temperatur noch 35 °, abends 10 Uhrwieder normal 37 °. Einzige Beschwerden: Brennen in der Brust.

Am 19. Oktober 1912 ist nichts krankhaftes mehr zu finden. Subjektiv:Etwas Brennen in der Brust und Ziehen in den Waden. Der Urin ist normal.Unter vorsichtiger Kost erholt sich Patient in den nächsten Tagen schnell undverlässt am 28. Oktober vollständig gekräftigt das Krankenhaus.

IL Arbeiter A. B., 24 Jahre alt, ziemlich mager (48 kg bei 150 cmLänge) früher ausser einer durchgemachten Lungenentzündung stets gesundgewesen, hat ebenfalls um 6% Uhr morgens 3040 von den Nüssen gegessen.706 jjhr trat heftiger Schwindel und allgemeine Schwäche auf, dann Durchfallund Erbrechen, die seitdem ohne Pause anhalten. Es traten heftige Leib-schmerzen und Brennen in der Brust auf, das Atmen wurde ihm schwer.Befund: 12 3 / 4 Uhr: Sehr elender, unterernährter Mann, schwerer Krankheits-eindruck. Temperatur 35.7 °. Puls 76, sehr klein. Dauernd reiswasserartigeDurchfälle und heftiges Erbrechen. Eeflexe normal, auch sonst kein Organ-befund. Heftige Leibschmerzen, leichte Wadenkrämpfe.

Verlauf: Unter reichlichen Flüssigkeitsgaben bessert sich das Befindenbald. Auf Bitterwasser erfolgen noch einige Stühle. Die Leibschmerzenhalten noch ziemlich lange an und sind erst am 2 i. Oktober ganz verschwunden.Es bleibt eine leichte Verstopfung zurück. Urin immer normal. Am 28.vollkommen geheilt entlassen.

Bei diesen beiden letzten, so gut beobachteten Vergiftungs-fällen stösst einem wohl die Frage auf, ob das Krankheitsbildnur durch das Curcin oder durch das Öl, oder durch beideshervorgerufen ist. Wenn man die Vorgeschichte der Krankheitnicht gekannt hätte, so würde man unbedingt zuerst einen starkenVerdacht auf Cholera gehabt haben. Profuse Diarrhöen, Er-brechen, Wadenkrämpfe müssen einen hierauf bringen, und sub-normale Hauttemperatur 1 ) (bis unter 35 °C!) wird ebenfalls trotz

l ) StbOmpel, Spez. Pathologie und Therapie, Bd, I, S. HQ,