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2 (1894) Botanik, Pharmakognosie, spezielle Pharmazie
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Drogen des Pflanzenreiches.

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jii

f. Harzfreie Pflanzen safte.

Succus Liquiritiae, Lakritzsaft.

Succus Liquiritiae cruclus. Extraktum Liquiritiae seu Glycyrrhixae.

Der durch Ausziehen und Auspressen der Süfsholzwurzel gewonnene Saft.Darstellung S. 270.

Der Lakritz kommt gewöhnlich in Stangen von 15 cm Länge und1,5 2,5 cm Dicke, mit irgend einem Stempel versehen in den Handel.Die Stangen müssen sich bei gewöhnlicher Temperatur leicht brechen lassenund einen glänzenden, grofsmuscheligen Bruch zeigen. Der Geschmackmufs rein süfs, nicht brenzlioh oder bitterlich sein.

Bestandteile. Der wesentlichste Bestandteil ist Glycy rrhizin (etwa Bestand-15,25%), ferner Extraktivstoffe, Zucker, gummiartige Substanz, Wasser,unlösliche Stoffe.Prüfung auf

Wassergehalt: Bei 100° getrocknet darf der Lakritzsaft nicht mehrals 17 °/ 0 verlieren.

Beimengungen: Wird Lakritz mit Wasser von höchstens 50° erschöpft,so darf der im Wasserbade getrocknete Rückstand nicht mehr als 25 °/ 0 be-tragen . Dieser darf unter dem Mikroskope Stärkekörner nicht zeigen.Es giebt eine grofse Zahl Handelssorten, unter denen der in hohem Preisestehende Lakritz mit der Marko Barracco stets die erste Stelle einnimmt, wäh-rend ihm andere billigere Sorten nicht nachstehen. Will man grofse Quan-titäten Lakritz reinigen, so empfiehlt es sich, vorher eine Probe zu machen.

teile.

Succus Liquiritiae depuratus, Gereinigter Lakritz.

Darstellung. Zum Reinigen des Lakritzsaftes verwendet man eincylinderförmiges Geiafs von Steingut oder Holz, welches einen unterenund oberen Siebboden hat und ütefaem ersteren mit Abflufsvorrichtungversehen ist. Auf dem unteren Boden breitet man eine etwa 1 cm hoheSchicht Strohhalme parallel nebeneinander aus und legt darüber eine LageLakritzstangen, nicht parallel den Strohhalmen und nicht zu dicht nebeneinander. Auf diese Schicht kommt eine etwa 4 cm dicke Lage Strohund hierauf wieder eine Lage Lakritz. So schichtet man fort bis zumRande des Extraktionsgefäfses, legt den oberen Siebboden auf und be-schwert ihn mäfsig. Alsdann giefst man kaltes Wasser auf, bis dasselbeüber dem oberen Siebboden steht. Je nach der Jahreszeit läfst man dasGanze 3 8 Tage (im Sommer 3 4, im Herbst oder Frühjahr 5 6,im Winter 7 8 Tage) ruhig stehen und zapft dann ab, giefst vorsichtigfrisches Wasser auf, läfst die Hälfte der früheren Zeit stehen und zapftwieder ab. Zeigen die stangenförmigen Reste im Extraktionsgefäfse beimZerdrücken noch schwarze Stellen, so kann man ein drittes Mal ausziehen,meist ist der Succus in zwei Malen erschöpft. Die vereinigten Auszügewerden koliert, 24 Stunden zum Absetzen beiseite gestellt und im Dampf-bade zum dicken Extrakt eingedampft. Um, besonders zu warmer Jahres-zeit, ein Schimmeln des ersten bezw. der ersten Auszüge zu verhindern,können diese schon früher zum mäfsigen Eindampfen gebracht werden.

Der gereinigte Lakritzsaft ist ein schwarzbraunes, in Wasser klarlösliches dickes Extrakt ohne brenzlichen Geruch, und Geschmack.

Dar-stellung.