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2 (1874) Lebensbeschreibung der Förderer derselben
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Wärme stammt ebenfalls von Gay-Lussac, auch um die Verbesse-rung der organischen Elementaranalyse hatte er grosse Verdienste,ferner um die Chlorkalk - und Indigoprüfung u. a. m. Wenn früher eineschroffe Scheidewand zwischen Physikern und Chemikern bestand,so war es gerade G.-Ls. Verdienst, diese Scheidewand niederzu-reissen und als Physiker und Chemiker in einer Person zu zei-gen, wie beide Wissenschaften sich gegenseitig unterstüzenmüssten! so konnte G.-L. über Vieles Aufscbluss geben, was bisdahin der Chemiker, welchem die physikalischen Kenntnisse ab-gingen, nicht vermochte, wodurch manche Erscheinungen unklarblieben.

Nicht allein die Resultate seiner Forschungen, sondern auchviele selbstständige Werke legen Zeugniss von G.-Ls. Forscher-geiste und grosser Thätigkeit ab; alle seine Werke anzuführenwürde die Grenzen dieses Werkchens überschreiten heissen, nurbemerken will ich noch, dass er Liebigs Lehrer war.

Joh. Jac Berzelius, geb. den 20. Aug. 1779 in Ostgothland,gest. den 7. Aug. 1848 in Stockholm, studirte 179699 Medicinund Chemie in Upsala. Nachdem er seine Dissertation überdie Einwirkung des Galvanismus auf organ. Körper, zur Erlan-gung der Doctorwürde vevtheidigt hatte, trat er 1803 in die An-stalt zur Bereitung künstlicher Mineralwässer von Werner in Stock-holm. 1805 wurde er Armenarzt, 1807 wirklicher Professor derPharmacie und Chemie in Stockholm und nachdem er die Ge-sellschaft Schwedischer Aerzte gegründet hatte, Präsident dieserGesellschaft. 1810 auch Präsident der Stockholmer Academie,1818 erhob ihn der König von Schweden in den Adelstand, 1835in den Freiherrnstand, 1838 trat er in den Reichsrath.

B., dem gründlichen Forscher und Analytiker, gelang es auchden stoechiometrischen Lehren, die er auf practisch-chemischemWege zu begründen suchte, Eingang zu verschaffen. Keines ein-zigen Chemikers Arbeiten aus diesem Zeiträume sind für die Che-mie so fruchtbringend gewesen, wie die von Berzelius. Sein For-schergeist umfasste alle Gebiete der Chemie; von Feststellung derAtomgewichte, der Zersetzung zusammengesetzter Körper durchElectricität an bis zur Darstellung pharm.-chem. Ppte. und denschwierigsten zoochemischen Untersuchungen. Als gründlichemAnalytiker und scharfem Beobachter entging ihm auch nicht diekleinste Veränderung an chemischen Stoffen; die Chemie danktihm nicht allein die Feststellung 1) der Atomgewichte, 2) der Ge-setze der Electrochemie, sondern auch 3) die Begründung derorganischen Radicale und viele Verbesserungen, von Bereitungs-arten chemisch reiner Ppte., sowie analytischer Bestiminungsme-thoden einzelner Stoffe.

Durch die grosse Klarheit in seinen Vorträgen, seine prao-tische Gewandtheit in Ausführung chemischer Arbeiten, seinegrosse Erfahrung und Beobachtungsfähigkeit aber nicht allein, son-dern auch durch seinen liebenswürdigen Character, der auch dasgeringste Verdienst Anderer zu würdigen wusste, konnte es nicht