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2 (1874) Lebensbeschreibung der Förderer derselben
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und im höchsten Grade genügsam, er war auch dankbar: welchschöner Characterzug war es doch, dass er vor seinem Tode nochan seiner Pflegerin in der Krankheit durch seine Trauung undTestament die Pflicht der Dankbarkeit auszuüben bestrebt war.Ein Mann wie Scheele kann daher in jeder Hinsicht uns alsMusterbild aufgestellt werden, dem wir nachzueifern uns stetsbestreben sollten!

Obgleich Scheele als Lehrling schon viel experimentirte, wo-zu ihm Casp. Neumanns und Kunkels Schriften, namentlich desletztern Buch: das Laboratorium chymicum, Anregung und Be-lehrung gaben, so können wir diese Arbeiten bis 1709 nur alsStudien zu eigener Ausbildung ansehen.

In Upsala und Köpping aber führte er Arbeiten aus, überwelche die Welt staunte und die seinen Namen in der Geschichteder Chemie unsterblich gemacht haben; dieses Staunen wird abernoch gesteigert, wenn wir hören mit welchen Apparaten dieseArbeiten ausgeführt wurden. Medicingläser und Schweinsblasendienten als Gasreservoire! nur dem grossen Genie ist es möglich,mit so geringen Mitteln so Bedeutendes zu leisten, solches setztaber auch eine grosse Fertigkeit in der Anstellung von Experi-menten voraus, die wir S. zuerkennen müssen. Scheeles Arbeitenwollen wir hier ausführlicher anführen:

1769 zeigte er, dass die Knochenasche aus Kalk und Phos-phorsäure bestehe.

1771 entdeckte er die Elussspathsäure.

1774 das Chlor (dephlogistisirte Salzsäure genannt), fernerdie Baryterde und zeigte, dass im Braunstein Manganmetall ent-halten sei.

1775 das Sauerstoffgas, dessen Bedeutung er jedoch erst 1777zu würdigen verstand, ferner die Arsensäure und lehrte die Ben-zoesäure durch Auskochen der Benzoe mit Kalk und Fällen mitSalzsäure darstellen.

1776 die Oxal- und Harnsäure.

1777 erschien seine Abhandlung über Luft und Feuer, inwelcher er nachzuweisen sucht, dass die atmosphärische Luft aus«ephlogistisirter Luft (Stickstoff) und Feuerluft (Sauerstoffgas) be-stehe, ihm war Priestleys Arbeit über das Sauerstoffgas nicht be-kannt. Die Eigenschaften dieser Feuerluft führt er nicht allein111 dieser Abhandlung an, sondern gab auch eine richtigere Er-klärung über die Verbrennung, er sagt: Soll ein Körper verbranntVerden, so erhitze man ihn erst bis zu einem gewissen Grade, da-mit er in feurige Bewegung f/eräih; in freier Luft hat die in derLuft vorhandene Feuerluft eine stärkere Anziehung und verbindets ich mit, dem Feuer fangende?t Principe.

Kein Chemiker hatte vor Scheele eine so klare Definitiondes Verbrennungsprocesses gegeben (siehe Phillips Geschichte derApotheker).

In demselben Jahre stellte S. das reine Salpetersäurehydratc 'ar und untersuchte die Schwefelleberluft (HS) und das Knallgold.