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Andreas Libau oder Livavius, geb. 1540 zu Halle, gest. 1616,Professor der Geschichte in Jena. Nachdem er vorher in Halle alsArzt practicirt hatte, war er Lehrer am Gymnasium zu Rotenburgan der Tauber, zuletzt Director des Coburger Gymnasiums. L.suchte die Stellung der Chemie zur Medicin festzustellen, zeigte,dass, wenn Schwefel unter einer Glocke verbrennt, eine Säure ent-stehe, welche er Spiritus (allg. Name für flüchtige Substanzen)Sulphuris per campanum nannte, auch das Zinnchlorid entdeckteer. Sein Handbuch der Chemie: Alchemia u. s. w., 1595 4. Auf-lage 1606, war eines der besten seiner Zeit, ausserdem erschienvon ihm Epitome metallica u. s. w. 1597 und Praxis Alchymiae1605 und 1607. In allen diesen Schriften finden sich die Er-scheinungen bei chemischen Vorgängen klarer dargestellt, als inanderen gleichzeitigen Werken.
Adolph Occo in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts ist derVerfasser der seiner Zeit berühmten Augsburger Pharmacopoe,letzte Ausgabe 1582.
Vittorio Algarotto, gest. 1604, Arzt in Verona, Erfinder desbasischen Chlorantimons, Algarottpulver genannt; der Verfasserder della Natura u. s. w. 1667, ist ein Neffe dieses.
Oswald Croll, gest. 1609, stammt aus Überhessen und war Leib-arzt des Fürsten Christian von Anhalt-Bernburg. C. verstand sichtrefflich auf die Bereitung der Arzneimittel und suchte in seinerBasilica chimica (J 608) den Lehren des Paracelsus mehr Eingangzu verschaffen. Von ihm stammt die med. Anwendung des Tart.vitriolati, des Salis Succini, die Zusammensetzung des Extr. pan-chymag. und des Elix. uterinum (Crollii). C. tliat für die Ein-führung organisch-chemischer Ppte. in den Arzneisehatz mehr, alsirgend einer seiner Vorgänger oder Zeitgenossen.
Caspar Schwenkfeld, geb. 1563, gest. 1609, Arzt, schriebThesaurus pharmaceuticus, Catalogus stirpium u. a. medicinischeWerke.
Raymund Minderer, geh, 1570, gest. 1621, Arzt in Augs-burg, führte das essigsaure Amnion in den Arzneischatz ein.
Adrian von Mynsirht, zu Ende des 16 bis zur Mitte des'7. Jahrhunderts, Leibarzt des Herzogs von Mecklenburg-Schwerin,Entdecker des Brechweinsteines. Auch ohne seine anderweitigenVerdienste hat sich M. grosse Verdienste um die Medicin er-worben. Elix. Vitrioli und Empl. diaphoret. (Mynsichti) stammenv on ihm. Sein Thesaurus et armamentarium medico-chymicumselectissimum, Deutsch: Medic.-chym. Schatz- und Rüstkammer,erlebte viele AuHagen.
b) Physiker des 16. Jahrhunderts.
Nie. Copernicus (Kopernick), geb. 1473 in Thorn, gest. 1543ln Königsberg, Gründer eines neuen Weltsystems, war Dr. med.u 'id Dom-Kanonikus zu Frauenburg in Ostpreussen und ein grosserAstrouom.
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