— 777 —
Tinclura Cupri acetici (Essigsaure Kupfertinktur).
Man nimmt: reines schwefelsaures Kupferoxyd drei Unzen,reines essigsaures ßleioxyd drei Unzen und sechsDrachmen.Beide Salze werden gemischt und zerrieben, bis sie einenflüssigen Brei darstellen, und sodann unter Zusatz von sieben-zehn Unzen destillirten Wassers in einem kupfernen Gefässebis zum Aufwallen erhitzt.
Der erkalteten Mischung wird noch hinzugesetzt:
höchst rectificirter Weingeist dreizehn Unzen,darauf das Ganze während 4 Wochen, unter öfterm Umschüt-teln, bei Seite gestellt und demnächst filtrirt.
Tinclura Ferri acelici (Essigsaure Eisentinktur).
Man nimmt: reines schwefelsaures Eisenoxydul zwei Unzen
und sieben Drachmen,
essigsaures ßleioxyd drei Unzen,zerreibt beide Salze zusammen in einem eisernen Mörser, bissie eine gleichförmige breiiehte Masse darstellen. Alsdann bringtman nach Hinzufügung von sechs Unzen destillirten Wassersund zwölf Unzen besten Weinessigs, das Ganze in einemeisernen Kessel zum Sieden und setzt nach dem Erkalten
noch hinzu:
höchst rectificirten Weingeist zehn Unzen.
Die Mischung wird sodann in einem gut verschlossenenGefässe während mehrerer Monate, unter zeitweisem Um-schütteln bei Seite gesetzt und erst, wenn sie eine genügendehochrothe Farbe angenommen hat, vom Bodensatz abfiltrirt.
Man erhält auf angegebene Weise eine Tinktur von an-genehm mildem Geschmack und Geruch. Beide sind demMalagawein auffallend ähnlich und zwar besonders bemerkbar,durch Zusatz von arabischem Gummi und Wasser in Mixlur-form dahingegen durch zugesetztes Traganthgummi*) sowohl
*) Das Traganlhgnmmi eignet sicli übrigens, sowohl seiner einhüllenden Eigen-schaft als auch des billigen Preises halber, vorzugsweise in Verbindungmit Stoffen von scharfem, salzigem oder laugenartigem Geschmack, und