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2 (1848)
Entstehung
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einen garstigen, grundlosen, unbekannten Weg wandeln, son-dern lieber ruhig in unserer genüglichen Wohnung bleiben, sohat auch unser Verstand wenig Neigung, in dunkle Irrgängeder So])histik zu dringen, sondern er bleibt lieber in seinemgemachlichen, warmen Neste, in dem Ideenkreise des Bekanntenoder des vermeintlich Bekannten.

Ein gelehrter, bloss lehrender und büchermachender Arztkann sich immerhin dieser Verslandesruhe überlassen, er kanndas Herkömmliche, das Alterlhümliche ohne weitere Unter-suchung als angezweifelte, ehrwürdige Wahrheit ausrufen; da-durch schadet er weder sich selbst, noch direkt den Kranken,von denen er sich fern hält. Der Praktiker hingegen musssich mathig dieser natürlichen Geislesträgheit entreissen, ermuss dem Alleilhümlichen, Dunklen, Unheimlichen keck ent-gegentreten, damit es ihm deutlich werde, was wahr und wasunwahr, was sicher und was unsicher bei Uebung der Kunstist; denn der deutliche Gedanke leitet ihn bei seinem Heil-geschäfte weit zuverlässiger, als der dunkle, die Ahnung, daspraktische Gefühl. Ich bin überhaupt zweifelhaft über dieNatur des praktischen Gefühls der Aerzle, Da man jedochdie Geisler nur aus ihrem Wirken erkennen kann, ich oftgenug beobachtet habe, dass dieser Spiritus familiaris seineSchützlinge verzweifelt aufs Glatteis und nicht selten zu gro-ben Missgriffen führte, so bin ich weit mehr geneigt, ihn füreinen teuflischen, als für einen göttlichen Geist zu halten.Nun zur Sache!

Zuerst treffen wir auf ein sehr häkliches Ding, nämlichauf die Ursache der Krankheit; aus dieser, heisst es, könneman die Form, vorzüglich aber das Wesen der Krankheit er-kennen. Wir werden uns zuvörderst wol nach dem klarenBegriffe umsehen müssen, den wir mit dem Worte Ursachezu verbinden haben. Die Philosophen haben viele Unterab-teilungen der Ursache, und die Pathologen sind in diesemPunkte auch nicht zurückgeblieben. Ich gestehe aber ehrlich,dass mir schon auf der Hochschule die Begriffsbestimmungendieser Unlerabtheilungen undeutlich waren. Warum sie mirundeutlich waren, wusste ich jedoch nicht; ich schrieb esdemülhig auf meine Dummheit, hoffte, mit der Zeit würde