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2 (1848)
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518
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handle ich unvorsichtig, wenn ich ihm die Arzenei in solchenGaben reiche, wie sie ein Gesunder, ohne feindlich davonberührt zu werden, allenfalls vertragen möchte. Macht sieauch in diesen Gaben den Leichlkranken nicht gerade zumTodtkranken, so wird sie doch die Heilung, die sie in ge-ringeren Gaben hätte bewirken können, weit eher hindern alsbefördern.

3) Da das veränderte Verhällniss des kranken Körperszur Aussenwelt bloss als Erscheinung beobachtbar, nicht aberin seinem Wesen verstandhaft erkennbar ist, so offenbaret dieMeinung mancher Aerzte, als ob Arzeneien, welche indem gesunden Körper keine bemerkbare Verände-rung hervorbringen (selbst nicht in grossen Ga-ben), als Heilmittel unwirksam seien, einen grossenUnverstand und grobe Unkenntniss des erkrankten Menschen-leibes. Dieser Meinung haben wir zum Theil das sogenannteObsoletwerden edler, ja unersetzlicher Heilmittel zuzuschreiben,und wenn die unverkennbare Neigung unserer heutigen Prak-tiker, solche Mittel wieder aus der alten Rüstkammer hervor-zuziehen und ihren Werth richtiger zu schätzen, eine lobens-werte Annäherung zur Wahrheit beweiset, so beweiset siedoch auch gleichzeitig den Irrgang der älteren theorelisirenden,vermeintlich gelehrten Aerzte, und verdächtiget für und fürjedem schlicht verständigen Manne alles theoretische Ge-schwätz über die Wirkung der Arzeneien.

Jetzt stelle ich zum Schlüsse noch folgende Frage auf:ist es für die Kunst erspriesslich dem Zwecke derselben, demHeilen förderlich, dass, weil ein bestimmter klarer Begriff desfeindlich und unfeindlich Einwirkenden unmöglich, man denaus der Beobachtung sich ergebenden unklaren, bloss annä-hernden Begriff unbeachtet lässt, feindliche und unfeindlicheMittel, wo nicht wörtlich, doch thätlich in Eine Kategoriewirft? Ich kann diese Frage mit gutem Gewissen nichtbejahen; mir scheint vielmehr, da, wo man die Wahrheit nichtgerade beim Schopf greifen kann, bleibt es doch immer besser,sich derselben mehr oder minder zu nähern, als sie ganz ausdem Auge zu verlieren.