i(',l IV. Pharmakognosie.
Chemie: Schunk, Jahresb. d. Chem. 18G8, S. 980.
Reinigung der Baumwolle: Zeitschr. d. österr. Apotheken'. 1884. 88.
Stammpflanze: Von den Baumwolle liefernden Gossypium-Arten sindGossypium herbaceura L., G. arboreum L., G. liirsutum L., G. bardadenseL. die wichtigsten.
Verbreitung der Stammpflanze: G. herbaceum und arboreum sindursprünglich im wärmeren Asien, G. hirsutum und bardadense im wärmerenAmerika einheimisch.
Kultur und Einsammlung der rohen Baumwolle: Baumwolle wirdjetzt fast in allen warmen Ländern der Erde gebaut. Die gröfste Mengeproduziert Indien und Amerika.
Die Baumwollenfrüchte werden zur Zeit der Reife, die nicht gleich-zeitig für alle Früchte einer Pflanze erfolgt (die Ernte dauert zwischen2 und 4 Mouaten), geerntet und die behaarten Samen dann sofort aus derKapsel herausgenommen. Man bringt die Samen hierauf in sogenaunteEgreniermaschinen, welche die Haare der Samen, die Baumwolle, von denSamen abreifsen und davon trennen. Diese Maschinen bestehen entwederaus eng gestellten Walzen, welche die Haare erfassen und zwischen sichziehen, während die grofsen Samen, da sie nicht folgen können, abgeworfenwerden, oder sie enthalten eine aus stumpfen, kreisförmigen Sägeblätternzusammengesetzte Walze, deren Zähne durch ein enges Gitter greifen unddie Haare von den auf dem Gitter hinabgleitenden Samen abreifsen. Dieso gewonnene rohe Baumwolle prefst man mittels hydraulischer Pressenin grofse Ballen von ungefähr 200 kg zusammen und verpackt sie inHanf- oder Jutesäcke.
Es giebt von den oben genannten Species eine ganze Reihe vonKulturformen, auch werden noch andere Species kultiviert, und dieQualität der von den verschiedenen Formen gewonnenen Baumwolle istsehr verschieden. Die Länge des Haares, seine Dicke, die Beschaffenheitder Kutikula variiert nach der Abstammung. Die beste Baumwolleist die Sea-Island-Sorte, welche von G. barbadense stammt und anden Küsten von Georgien, Südkarolina und einigen benachbarten Inselngebaut wird.
Rohbaumwolle ist selbstverständlich zur Darstellung von Verband-watte noch zu unrein, wohl aber kann man die zum Zwecke des Ver-spinnens durch Maschinen weiter gereinigte Baumwolle verwenden. Zudem Zwecke des Verspinneus wird nämlich die rohe Baumwolle durchMaschinen zuerst aufgelockert, und dann wird mittels der sogenanntenWattemaschinen ein grober Vliefs daraus hergestellt, den man durch so-genannte Kratzmaschinen verfeinert, welche die Fasern noch mehr parallellegen. So behandelte Baumwolle wird nun, zur Herstellung der „Ge-reinigten Baumwolle", mit schwacher Natronlauge erwärmt, dann mitWasser sorgfältig gewaschen, ausgepreist und getrocknet und schliefslich