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IV. Pharmakognosie.
Parenchym gebildeten, im allgemeinen hellgrauen Grunde, wird haupt-sächlich bedingt durch die verschiedenartige Verteilung der etwas dunklererscheinenden Sekretbehälter. Diese machen also den Eindruck gleich-mäfsiger, zarter, dunkler Punkte. Aufserdem findet man auf der Quer-schnittsfläche viel weniger zahlreiche gröfsere, nicht so leicht erkennbarePunkte, die besser hervortreten, wenn man die Schnittfläche mit Anilin-sulfatlösung bestreicht; es sind dies Tracheenstränge.
Wie die durch diese Elemente bewirkte Zeichnung zu stände kommt,wollen wir in dem Folgenden auseinandersetzen.
In ihrem Jugendzustande besitzt die zur Knolle werdende Neben-wurzel den normalen Bau einer tetrarchen Dikotyledonen-Wurzel; ebensoist das dünnere, untere Ende kleiner verdickter Wurzeln (sp, Fig. 265)noch wesentlich normal gebaut. Die Knolle ist bedeckt von einer Kork-schicht. An die Korkschicht schliefst sich eine aus 3 bis 4 Lagen vonlückigem Parenchym bestehende primäre Rinde an, die nach innen andie Endodermis grenzt. Die Zellen der Endodermis sind meist dünn-wandig, nur in den Radialwänden streifenförmig verkorkt, selten sindeinzelne Zellen dickwandig und verholzt. (Auch einzelne Zellen der sekun-dären Rinde sind häufig zu verholzten und verdickten Zellen, Sklerenchvm-zellen, geworden.) Innerhalb der Endodermis findet sich schon sekundäreRinde und sekundäres Holz, welche von dem geschlossenen Kambiumerzeugt wurden. In der primären und sekundären Rinde liegen Oxalat-drusen. Sekretbehälter finden sich schon in der sekundären Rinde iiigröfster Anzahl. Die primären Markstrahlen sind angelegt.
Da, wo die Wurzel dicker zuläuft, fehlt schon Endodermis undprimäre Rinde; die Korkschicht bedeckt die sekundäre Rinde direkt. Dieletztere, welche nach aufsen zu von dem normalen Kambium in relativgeringer Menge abgeschieden wird, besteht aus einem fast isodiametrischen,ziemlich lockeren, teilweise Oxalatdrusen enthaltenden, stärkeführendenParenchym, in welches einmal zahlreiche Sekretbehälter in längs ge-streckten Gruppen, andernteils Siebstränge eingefügt sind. Das nach
Erklärung der Tafel.
Ipomoea Purga.
Fig. 265. Älterer Ausläufer a mit oinor kleinen angeschwollenen Nebonwurzel k und einer
gröfseren K.o Aus der zur Knolle k gehörigen Knospe entstandenen oberirdischen Achse, n Als Seiten-knospe von o entstandener, junger Ausläufer mit Knöspchen i. L Lentioellen. >p Wurzelspitze.
Natürliche Gröfse.
Fig. 208. Stück des Querschnittes duroh die Mitte einer kleinen, frischen Knolle.
l'h Korkschicht. C Primäres Kambium. C> Sekundäres Kambium. 8e Sekretbehäiter. 0 Oxalat-
druse. Si Siebstrnng. (? Gefäfsstrang.
15 lach vergr.
Fig. 267. Lentioelle im Querschnitt (Längsschnitt der Knüll..*!.J'h dichte Korkschicht. I. [nteroeUularräume besitsende, dichtere Korkschicht. FFüllgewebe.
/' liindenparenchym,45fach vergr.
Fig. 268. Schema der Querschnittsfläche einer gröfseren Knolle (Droge).Plt Kork. R Primiire Binde. pC Primäres Kambium. gC Geschlossenes sekundäres Kambium.