§ 2. Die Anordnung der Gewebeformen.
105
nommenen Rhizomen, bei Ranken, bei submersen Achsen von solchenpflanzen, welche m stark fließendem Wasser wachsen, findet man dermechanischen Zweckmässigkeit entsprechend, das SHerenchymcewebemöglichst m das Centrum der Organe verlegt, dort nach Möglich-keit auch zu einer dichten Masse zusammentretend.
Organe, deren Biologie es mit sich bringt, dafs sie gegen radialenDruck geschützt sein müssen, wie z. B. viele Samen und Früchte, fernerdie ganze sekundäre Rinde mancher Bäume, besitzen häufig eine meistmechanisch sehr zweckmäfsig gebaute peripherische Hülle von Skleren-chymzellen oder Sklerenchymfasern oder eine aus beiden gemischte druck-feste Hülle, die in manchen Fällen (Quercus) in der Rinde nach dem Holzezu leistenförmige Fortsätze von Sklerenchymzellen aussendet.
Wenn auch die meisten Sklerenchym- und Kollenchymgewebemassenm der Pflanze so angeordnet sind, dafs ihre Anordnung für die Festiguno-des ganzen Organes zweckmäfsig erscheint, so findet man doch dieseGewebe auch häufig an Orten, wo sie nur als lokale Festigungsmittel unddirekte mechanische Schutzschichten für andere Gewebearten dienenkönnen. Nicht selten begleiten sie z. B. Siebstränge und Tracheensträno-ewelche so in dem Organe verlaufen, dafs die mit ihnen vereintläuficreiiStränge festigender Elemente für die Festigung des ganzen Organes höchstunzweckmäfsig angeordnet erscheinen. Zu diesen lokalen Festi<nmo's-geweben sind auch die in der sekundären Rinde der Dikotvledonen vor-kommenden Sklerenchymfaserstränge und Sklerenchymzellenp-ruppen zurechnen.
0. Die Anordnung der Milchröhren.
Die Anordnung der Milchröhren scheint im allgemeinen der doppeltenLeistung derselben, Speicherungsorgane und Leitungsorgane einmal fürNährstoffe, dann aber auch für schützende, giftige Sekrete zu seiu zuentsprechen. Sie durchziehen ineist den ganzen Pflanzenkörper, auf ihrenBahnen den Gefäfsbündeln fast überall folgend, teils zwischen den Sieb-sträugen, teils aufserhalb der Sklerenchymstränge der Gefäfsbündel an derSeite des Siebstrauges verlaufend. Nur nach der Peripherie der Achsenund Blätter senden sie, die Gefäfsbündel verlassend, sehr häufig zahlreicheZweige, welche oft bis zur Epidermis, ja in die Epidermis vordringen.Diese Anordnung hat wahrscheinlich den biologischen Vorteil, dafs diePflanze einen Augriff schädlicher Tiere sofort durch einen Er<mfs desgiftigen Sekretes beantworten kann, ehe die zerstörenden Feinde weitervorzudringen vermögen. Weniger zahlreiche isolierte Zweige geheii inmanchen Fällen nach dem Marke der Achse ab. Bei Achsen und Wurzeln,die im sekundären Dickeuwachstum begriffen sind, findet man in manchenFällen aufser den vom primären Zustande her in das Mark vordringendenÄsten, zahlreiche Zweige des Systemes der Milchröhren im sekundärenHolze.