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1 (1891)
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§ 1. Die Hauptzellformen.

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Zellen die Zellwände braun, rot, blau etc. färben, erwähnt werden. Sehrhäufig sind übrigens die Zellmembranen der Drogen anders »efärbt alsdie der lebenden Pflanzenteile, da beim Absterben der Zellen die Zell-membran sehr häufig die verschiedensten färbenden Substanzen aufnimmtwelche ursprünglich im Zellsafte vorhanden waren.

Verkieselte und verkalkte Lamellen. In sehr auffallenderWeise findet man Celluloselamellen oft dadurch verändert, dafs ihnenKieselsäure oder Calciumcarbonat molekular eingelagert worden ist. Ver-kieselte Lamellen sind dadurch zu erkennen, dafs sie, nach dem Befeuchtenmit einem Tropfen konzentrierter Schwefelsäure, auf einem Glimmer-blättchen oder auf dem auf Platinblech liegenden Deckglase schwach er-hitzt und dann geglüht, ein Skelett von Kieselsäure zurücklassen. VerkalkteLamellen erkennt man daran, dafs sich um dieselben herum ein Nieder-schlag von Calciumoxalat bildet, während sich zugleich Blasen von CO 2entwickeln, wenn man mit Essigsäure angesäuerte Ammoniumoxalatlösungin kleiner Menge zu den die Lamellen enthaltenden Schnitten setzt.

Aufser diesen anorganischen Stoffen findet man auch Calciumoxalatin den Membranlamellen, oft aber auch iu kleinen Kryställchen zwischenden Lamellen, in der Zellwand ausgeschieden. Hierher sind übrigens auchdie von einer Lamellenhülle umschlossenen grolsen Oxalatkrystalle zurechnen, wie wir sie z. B. in dem Wurzelholze von Ononis finden, selbstwenn die Entwicklung ihrer Hülle stets so vor sich geht, wie Pfitzerangegeben hat, nämlich so, dafs diese Krystalle zuerst rings von einemLamellensack umgeben werden, welcher erst nachträglich mit der übrio-enZellwand verschmilzt; denn diese Krystalle liegen doch schliefslich eben-falls in der Zellwand.

Zuletzt mufs noch erwähnt werden, dafs eine und dieselbe Lamelledie Bestandteile mehrerer Lamellenarten enthalten kann, so dafs hieund da z. B. verkorkte Lamellen vorkommen, welche zugleich verkieseltsind etc.

c) Aufbau der Zelhcände aus den verschiedenen LameUenartm.

Aus den beschriebenen Lamellenarten, in der verschiedenartigstenZusammenstellung, findet man nun die Zellwände aufgebaut. Eine ganzeZellwand kann dabei aus einer Art von Lamellen gebildet werden, wiez. B. die der meisten Pareuchymzellen aus lauter Celluloselamellen unddie vieler verholzter Zellformen nur aus verholzten Lamellen, oder eskönnen sich auch verschiedene Lamellenarten an dem Aufbau einereinzelnen Zellwand beteiligen. In letzterem Falle kann Zahl und Folgeder Lamellenarten sehr verschiedenartig sein. Die äufserste Zellwand-schicht vieler sklerotischer Fasern besteht z. B. aus Celluloselamellen, dieinnere aus verholzten, oder es folgen auch verholzte Lamellen und Cellu-loselamellen in steter Abwechslung. So verhält es sich z. B. bei densklerotischen Fasern der Kaskarillrinde (siehe Fig. 28, F und die Erklärung

Arthur Mtyer, Wltsenschaftllch« Droffenkunde. j_