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1 (1891)
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§ 1. Die HauptzellfoniKu.

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nur nach Behandlung der Querschnitte mit quellenden Reagentien, Kali-lauge, Chromsäurelösung etc., oder mit Hülfe des Polarisationsmikroskopessichtbar machen.

Wir verstehen also unter Lamelle (Membranlamelle) jede in derfertigen Zellwand durch chemisches oder physikalisches Verhalten vonbenachbarten Zellwandpartieen unterscheidbare, oft äufserst zarte Schichtvon Membransubstanz.

Diese Lamellen können auf der Fläche betrachtet homogen er-scheinen oder auch durch äufserst feine, sehr zahlreiche, parallel undin mehr oder weniger steil ansteigenden Spiralen verlaufende, abwechselndschwächer oder stärker lichtbrechende Streifen gezeichnetsein (Fig. 23) oder eine ähnliche Ringstreifung zeigen.Eine überall bei der Verdickung der Scheidewändezweier Zellen auftretende Erscheinung ist es, dafs diesuccessive aufgelagerten Lamellen an bestimmten Stellender Zellwand sehr dünu bleiben. Dann entstehen ver-tiefte Stellen in der sich verdickenden Wand jederZelle, und es tritt dabei stets die eigentümliche That-sache zu Tage, dafs beide durch die Zellwand getrennteProtoplasten in analoger Weise arbeiten, so dafs genauan demselben Orte, an welcher die eine Zelle eine dünneStelle in der Zellwand läfst, die andere das Gleiche thut.Zum Verständnis dieser Thatsache trägt es vielleicht bei,wenn ich mitteile, dafs die Protoplasten durch äufserstfeine, nur mit den stärksten Vergrößerungen erkennbare.gerade die dünnen Stellen der Membran durchbrechendeCytoplasmafäden verbunden sind, also dort thatsächlichim direkten Zusammenhang stehen. Diese Durchbohrungen kommenübrigens für unsere Zwecke nicht in Betracht, da sie ungeheuer zart undzu diagnostischen Zwecken nicht verwertbar sind. Die in Rede stehendenverdünnten Stellen in einer Membran nennt man Tüpfeln (der Tüpfel).Mau bezeichnet übrigens häufig die beiden korrespondierenden Tüpfelnzweier Zellen nebst der dünnen Schiefshaut, also deu ganzen der gemein-samen Wand zweier Nachbarzellen angehörenden Apparat, als einenTüpfel. Wir wollen im letzteren Falle stets von einem Tüpfelapparatereden. Die Tüpfeln einer Membran können nun eine sehr verschiedeneForm haben und einen sehr verschieden grofsen Teil der Wandfläche ein-nehmen.

Ist der von ihnen eingenommene Teil der Wand relativ klein, sofindet man die Tüpfeln als Kanäle der verschiedenartigsten Form aus-gebildet. Am häufigsten findet man einfache cylindrische, die Schichtenannähernd rechtwinkelig durchziehende Kanäle oder schmale, langgestreckteSpalten, doch auch solche von zwischenliegenden Formen sind nicht selten.Diese Kanäle können sich auch in ihrem Verlaufe verengen oder erweiternund verzweigen; häufig erweitern sie sich nach der Mittellamelle zu und

Fig. 28.

Ein Stück der Zell-wiin'l einer sklero-tischen Faser ausder Rinde von As-olepiaa ayriaoa mitSohrager Streifung

der Lamellen.

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