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1 (1891)
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§ - J. Über die Ausführung der botanischen Untersuchung der Drogen. 5

ihre Form erhalten bleibt, und die Objekte auch zur anatomischen Unter-suchung häufig geeigneter werden.

Die unveränderten und eingeweichten Drogenstücke untersucht mandann mit blofsem Auge und Lupe auf ihre morphologischen Eigenschaften.Man stellt nach äufseren Merkmalen, soweit es angeht, fest, aus welchenOrganen sie zusammengesetzt sind, oder zu welcher Klasse von äufserenOrganen der Pflanze die Droge zu rechnen ist, oder welchem Teile einesOrganes sie angehört. Ferner untersucht man jede äufserlich auftretendekonstante Erscheinung und sucht sie zu deuten, z. B. Schnittnarben, Blatt-narben, Korkleisten u. s. w. als solche nachzuweisen, die Lage der Raphe,des Nabels etc. an den Samen aufzufinden. Aus verschiedenen Organenzusammengesetzte Drogen zerlegt man in ihre einzelnen Organe, z. B.Blüten in Kelch-, Kronen-, Staub- und Fruchtblätter, die man einzeln aufihre besonderen Merkmale prüft, Früchte zerlegt man in Perikarp undSamen, Samen in Samenschale, Endosperne und Embryo u. s. w. Miteinem Worte, man gehe darauf aus, alle morphologischen Eigenschafteneiner Droge genau festzustellen.

Oft genügt die Untersuchung der Droge nicht für das volle Ver-ständnis der Morphologie derselben, dann mufs man den Pfianzenteil, auswelchem die Droge besteht, im Zusammenhange mit der ganzen Pflanze,womöglich der ganzen lebenden Pflanze, in manchen Fällen sogar dieEntwicklungsgeschichte der Pflanzenteile genau studieren. Näheres überdie Methode der Untersuchung lernt man beim Durcharbeiten der einzelnen,in den Monographieen niedergelegten Beispiele.

b. Die anatomische Untersuchung der Drohen.

ct. Die Instrumente.

Zur anatomischen Untersuchung der Drogen bedarf man einer Reihevon Instrumenten, von denen ich die nötigsten und für den Apothekerzweckmäfsigsten angeben will.

Für diejenigen, welche solche Instrumente anschaffen wollen, erwähneich einzelne, von bestimmten bewährten Firmen gefertigte Apparate alsBeispiele, selbstverständlich thun ähnliche von anderen Firmen diegleichen Dienste.

Man schaffe sich vier Arten von Messern an: ein gewöhnlichesIvüchenmesser, mit dem man harte Drogen zerschneiden oder zerschlagenkann, ein Skalpell, mit welchem man Schnittflächen glätten kann, einnoch nicht hohl geschliffenes, gewöhnliches Rasiermesser mit keilförmigerSchneide zum Anfertigen mikroskopischer Schnitte von harten Gegen-ständen und ein feines, hohl geschliffenes Rasiermesser mit ganz dünner,nicht zu harter Schneide zum Herstellen zarter Schnitte aus weichen Ob-jekten, welches man sich am einfachsten von einem Barbier abziehen läfstund vor dem Schneiden jedesmal selbst auf einem Streichriemen (Chine-sischer Streichriemen Nr. 2 von C. Zimmer, Berlin W., Taubenstr. 39,