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1 (1891)
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Einleitung.

wiederum die Kenntnis aller übrigen Abschnitte der botanischen Wissen-schaft nötig, und es ist deshalb zweckmäfsig, ja nötig, dafs jeder, welcherDrogenkunde treiben will, auch mit den Grundlagen der allgemeinenBotanik vertraut ist. Für die Studierenden der Hochschulen genügt eszu diesem Zwecke, wenn sie einer Vorlesung über allgemeine Botanikmit Verständnis gefolgt sind, andere können sich das Nötige durchStudium eines Elementarlehrbuches der Botanik erwerben. Solche kleineLehrbücher sind z. B.: Luerssen, Grundzüge der Botanik; Prantl,Lehrbuch der Botanik, Leipzig. Die gröfseren Lehrbücher von Sachs undGoebel, Reiuke, Wiesner sind erst für Fortgeschrittenere zu em-pfehlen. Trotz ihrer Bedeutung für die Drogenkunde ist selbstverständlichdie Botanik kein Teil der Drogenkunde, sondern sie ist als die wichtigsteHülfswissenschaft derselben zu betrachten; botanische Thatsachen werdenerst ein Teil der Pharmakognosie, wenn wir sie für die vorwiegendpraktischen Zwecke der Drogenkunde verwenden, wenn wir sie dazu be-nutzen, Kennzeichen für die medizinisch verwendeten Pflanzenteile mittelsihrer Methode und auf Grundlage ihres Wissensschatzes aufzusuchen.Solche Kennzeichen sind nun an der Hand botanischer Kenntnisse für dieunzerkleinerten Drogen leicht, schwieriger für die geschnittenen und nochschwieriger für die pulverisierten Drogen aufzustellen. Aber gerade aufdie Methoden zur Erkennung der Pflanzenpulver müssen wir heute inder Drogenkunde sorgfältig Rücksicht nehmen; denn es ist eine durchden Zwang der Verhältnisse hervorgerufene Thatsache, dafs heute diemeisten Apotheker die Mehrzahl der Pflanzenpulver von den Grofsdrogistenkaufen, und die Apotheker müssen deshalb, wollen sie dem Publikum, demStaate nicht geringere Garantie für die Echtheit der ihnen geliefertenPulver bieten als der Drogist, die Pulver auf Reinheit und Güte zu prüfenverstehen. Es wäre jedoch falsch, wollte man in der Drogenkunde nurKennzeichen aufstellen, mittels deren man die eine gebräuchliche Drogevon einer anderen der gebräuchlichen unterscheiden könnte, ein Prinzip,welches vielfach durchzuführen versucht wurde, es soll vielmehr die wissen-schaftliche Drogenkunde den Apotheker, wie gesagt, so auszurüsten ver-suchen, dafs er eine bestimmte Droge von allen anderen Pflanzenteilen zuunterscheiden vermag.

Dazu hat die Drogenkuude zuerst eine eingehende wissenschaftlich-botanische Beschreibung der einzelnen Drogen zu liefern, an deren Handsich der Apotheker mit allen wichtigen Kennzeichen vertraut machenkann, wenn er nach Anleitung der Beschreibung ein sicher echtes Stückder Droge in der richtigen Weise betrachtet und so auch noch das, wasmit Worten nicht kurz oder nicht genau auszudrücken ist, durch eigeneAnschauung ergänzt. Ferner hat die Drogenkunde dazu noch auf diueventuell verwendbaren chemischen Kennzeichen der Echtheit aufmerksamzu machen.

In Bezug auf das zweite Hauptziel der wissenschaftlichen Drogen-kunde, zu lehren, wie man die Qualität einer Droge beurteilen soll, inufs