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Lehrbuch der Pharmacognosie des Pflanzen- und Thierreichs : im Anschluß an die 2.Ausg. der Pharmacopoea Germanica für Studirende der Pharmacie, Aphotheker und Medicinalbeamte
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Corinus, s. Tuber, s. Bulbus Colchici. Herbstzeitlosenknollen.

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Aussehen: Der von Stengel, Hüllen und Wurzeln befreite Knollenist 2,5—3,5 em lang und 2,5—3,0 cm dick und jenachdem er im Früh-sommer oder im Herbst gesammelt wurde, entweder rundlich eiförmigoder rundlich mit einer fast flachen Seite, welche in der Mitte dieLängsrinne trägt. Aussen erscheint er braun. In frischem Zustandeist er fleischig, von Rettiggeruch und bitterem und scharf kratzendemGeschmack. Der getrocknete Knollen ist hart, geruchlos; er schmecktnur mehr bitter. Der Handel liefert den Knollen häufig in Quer-scheiben zerschnitten.

Anatomie: a. Lupenbild. Der Querschnitt des Sommerknollensist rundlich, der des Herbstknollens rundlich nierenförmig, mehlig undmit zahlreichen, zerstreuten Gefüssbündeln versehen.

b. Mikroskopie. Das Grundgewebe des Knollens besteht aus iso-diametrischen, polyedrischerj Parenchymzellen, welche mit Stärkemehlgefüllt sind. Zerstreut in dem Grundgewebe liegen sehr viele Gefäss-bündel, welche aus Spiralgefässen und dünnwandigem Holzprosenchymgebildet sind. Das Stärkemehl ist meist aus zwei bis vier Einzelkörnemzusammengesetzt, von welchen jedes' Korn eine strahlige Kernhöhlezeigt. Abb. Bg. A. T. 24. E. 59.

c Präparation. Getrocknete Knollen werden in verdünntem Spi-ritus macerirt und die Schnitte von Amyluni durch Kaliumlrydroxydbefreit.

Chemie: Die Knollen enthalten bis 29 pc. Stärkemehl, Zucker.Harz, Cummi und als wirksamen Bestandtheü das Colchicin.

Colehiein, C 17 H 23 N0 6 , ist ein amorphes, gelbes Pulver. Es schmeckt sehr"itter, schmilzt hei 145°, ist löslich in Wasser mit schwach alkalischer Eeaction,leichter löslich in Weingeist, anlöslich in Aether. Feste Salze bildet es mit Saurennicht. Concentrirte Salpetersäure von 1,45 spec. Gewicht, löst es blauviolett, aufZusatz von Wasser wird die Lösung gelb und mit Natronlauge ziegelroth. DurchBehandlung mit verdünnten Mineralsäuren wird das Colchicin in ein in Wasser un-lösliches, grünlichbraunes Harz und in krystallisirbares Colchicein, C"H 2I N0 5 +2 H 2 0 zerlegt, welches schwachsaure Eigenschaften zeigt, auch Salze bildet, aberleicht unter Wasseräufhahme in Colchicin übergeht.

Verwechselung: Geschälte und gebrühte Colchicumknollen sollen bisweilenunter Tubera Salep (S. 52) vorkommen.

Verwendung: Stall der Knollen werden jetzt überflüssiger Weisedie Zeitlosensamen (s. unter Samen) angewendet.

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