Von den Scheinsünden beym Abendmahl. zoi
§. 2. Es versündigen sich dabey, die unwürdig es ge*messen.
§. z. Die die Zubereitung nur leiblicher Weise beobachten.
8- 4. Auch diejenigen, welche dabey ihren Hochmuth desRanges verrathen.
§. s. Die sündigen ferner dabey, die eö wider den Zweckder Stiftung zumZeugniß ihrer Unschuld misbranchen.
§.6. Jmgleichen diejenigen, welche es als eine leiblicheArzeney nüßen wollen.
§. 7. Abscheulich ist die Sünde derer, die zaubermässigeWirkungen dem äuserlichen Zeichen des Abendmahlszuschreiben.
§. 8- Durch Unterlassung wird dabey gesündiget, wennman aus heuchlerischer Furcht es nicht gemessen wil.
§. 9. Oder aus eingebildeter Heiligkeit zurück bleibet.§.io. Lehren, welche zur Erweckung der Hochachtung ge.gen das heilige Abendmahl dienen.
§. 1 .
sterbende Erlöser hat, da er seinen sichtbah-ren Wandel auf Erden vollendet, und dasvöllige Versühnopfer am Creutz der göttlichen Ge-rechtigkeit bringen wollen, noch vor seinem Ende sei-nen Gläubigen ein herrliches Gedächtnißmahl ge-stiftet. Dieses ist ein heilsames Gnadenmittel, da-durch der Glaube gestärket und die Liebe gegründetwird, bey denen, die dis Abendmahl mit rechter Zu-bereitung gemessen. Der Heiland giebet dadurchden Seinigen ein immerwahrendes Erinnerungs-zeichen, wie er sie bis ans Ende geliebet : Ja ! erschenket ihnen, als ein getreuer Liebhaber sich ganz