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Johann Just Ebelings Past. zu St. Paul in Hildesheim Sünden Der Menschen, Die unter Dem Schein des Gottesdienstes begangen werden : In Ansehen Derer Tugenden und Pflichten die unmittelbahr auf Gott gehen
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123
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^ Von der falschen Demuth gegen GDtt. 12z

er dieser Tugend zu nahe tritt, wenn er jagt: Ihr^ wisset, wie ich allezeit dem HErrn gedienet habemit Demuth. Apost. Gesch.XX.19.

G; ^ §' 2.

L Alle Tugenden, wenn sie nicht auf die gehörigeA ^ Art ausgeübet werden, nehmen die Heßlichkeit der1 Laster an. Und wie das Herz der Menschen sichoft betrüget, wenn es dadurch GOtt beleidiget,' wodurch es ihn zu ehren gedenket; so wird man" ^ auch oft dasselbe an sich und andern gewahr, wennhje verborgene Demuth des Herzens in Wortenund Wandel hervor leuchtet. Es giebt also auchEch' eine falsche Demuth, welche einen schönen Schein- von sich blicken lasset: aber bey genauer Prüfungenden Preiß nicht bey der Welt behalt; vielwenigerM nr! bey GOtt , der alles auf das vollkommneste durch-^-5" schauet. Alle Bewegungen des Herzens, die nichts-L' aus dem Glauben und willigen Gehorsam gegen!?ll: GOtt entspringen, sind dem Höchsten nicht an-

L«» genehm. Das ist eine Grundlehre des GOtt - ge-- : fälligen Christenthums, welche in der heiligen Schrift^ n hin und wieder bestätiget wird. Daher kan dieDemuth, die aus einem Ungehorsam und Klein-glaubigkeit entstehet, den: HErrn nicht gefallen.' ^ ^ Viele Menschen machen daraus eine Tugend, daß'-./ n, sie sich wegern, die angebotene Gnade GOttes^ anzunehmen. Sie meynen, es stünde wohl, wennsie mit Bescheidenheit solche verbäten, wie man'' es nach dem Ceremoniel der Welt zu machen pfle-get. Sie thun, als wenn sie sich derselben nnwerth^ schätzten, und meynen, das müste GOtt gefallen,gD weil