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Das fünfte Capitel
wenn sie eine lebhafte Empfindung von ihrer Sün-de hätten, und die Schrecknissen des gerechtenGOttes in ihrem Inwendigen schmerzlich fühleten.Der Ausgang lehret es, daß es ein Spiel derHeu-cheley zum öftern gewesen , welche eine zum Zit-tern und Weinen geneigte Natur gar leicht in einegottcsfürchtige Gestalt verkleiden kan. Wie ab-scheulig ist nicht diese Sünde in den Augen des all.sehenden GOttes, welche in den Augen der Men-schen, die bloß auf das äußerliche sehen, so herr-lich glanzet? Wie nothwendig ist daher für solche,die Ermahnung, welche der weise Sittenlehrergiebet: Siehe zu, daß deine Gottesfurcht nichtHeucheley sey, und diene ihm nicht mit falschemHerzen. Sprach I. z6.
§. s-
Wenn die Furcht für GOtt rechtschaffen unddem HErrn gefällig seyn sol; so muß sie den Wil-len zum Guten rege machen, und aus dem Er-kenntlich der Macht und Gerechtigkeit des höch-sten Wesens entspringen. Diese Vorstellung mußeine Sorgfalt zeugen, auf sein Herz und WandelAcht zu geben, damit man ja nichts thue, darüberGOtt zornig und ungnädig wird. Zeiget dasGewißen, daß man den Allerhöchsten beleidiget, undist darüber das Herz unruhig und bange, so kanman aus den Folgen und Würkungen derselbenbald erkennen: ob die Furcht rechtschaffen. Einegöttliche Traurigkeit wirket zur Seligkeit. DieFurcht vor GOtt muß einen Geängsteten zu demErlöser treiben, bey welchem man wahre Ruhe derSeele finden kan. Die wahre Gottesfurcht ma-