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Kaiser der Deutschen wird, so liegt hierin die Möglichkeit gegenüber von ihm von der Forde-rung abzngehen, daß bezüglich seiner deutschen und nicht-deutschen Staaten der Verbandeiner bloscn Personal-Union bestehen solle. Umgekehrt liegt für Oesterreich in der Wie-dererlangung der deutschen Kaiserkrone das ausreichendste Motiv, sich mit der ganzenungeheuren Mitgabe seiner nicht-deutschen Provinzen dem deutschen Reiche sofort anzn-schlicßen". Ungefähr drei Wochen später machte Professor Gfrörer im „schwäbischenMercnr" bekannt daß er am 1. Februar der National-Versammlnug nicht weniger als148 Adressen aus Schwaben übergeben habe die gegen ein preußisches Kaiserthum pro-tcstiren und ein Reichsoberhaupt aus dem Hanse Habsburg verlangen. . . . Von denRegierungen der Königreiche war es allein die württembergische die ihre Bereitwillig-keit kundgab die preußische Oberherrschaft anznerkennen; außerdem wurden Erklärungenin diesem Sinne angeführt von den Großherzogcn von Baden Hessen Mecklenburg Ol-denburg, dem Kurfürsten von Hessen, den-Herzogen von Brannschweig Nassau, den thü-ringischen Fürsten ic. Die mit den radikalsten Elementen versetzte zweite Kammer inDresden erklärte am 19. Januar „den entschiedensten Widerspruch des sächsischen Volkesgegen die Ucbertragnng der Regierung des deutschen Bundesstaates an ein unverantwort-liches und erbliches Oberhaupt, wie gegen die Uebertragnng der deutschen Rcgierungs-gewalt an eine der Kronen eines deutschen Einzclnstaatcs"; am 23. gab die erste Kam-mer ähnliche Aenßcrnngen ab, worauf der Staats-Minister von der Pfordten erklärte!„Die Regierung habe in dieser Frage noch nicht Stellung genommen, die FrankfurterNational-Versammlnng allein sei nicht berufen das Verfassnngswerk zustande zu brin-gen" w. Eben so zurückhaltend war man in Bayern. Die Thronrede womit KönigMaximilian II. am 22. Januar den Landtag eröffnete enthielt die nichtssagende Phrase:„Alle deutschen Stämme bewegt der Drang nach einer lebenskräftigen das gesammteDeutschland umfassenden Einigung; auch mich beseelt dieses Streben, und vereint mitIhnen hoffe ich das schöne Ziel zu erreichen".
80) S. 105. Der zweite Band des Jürgens'schcn Werkes ist voll von Be-legstücken dafür, vorzüglich aber der Abschnitt S. 283—302: „Die Agitation in denBlättern der Reichs-Partei gegen Oesterreich und für das preußische Kaiserthnm",z. B. die Stelle S. 286 wo von dem Stimmwerben für die Oberhanptsfragc dieRede ist.
81) S. 10S. Ein Frankfurter Korrespondent des „Lloyd" Nr. 27 v. 16. Januar1849 Abendbl. veranschaulichte die im Vcrfassnngsansschnßc obwaltende Meinungsver-schiedenheit in nachstehender Weise:
a) Gegenüber dem ganzen Ausschüsse, welcher feststellte daß die Wurde des Rcichs-oberhanptes einem der regierenden Fürsten übertragen werde, verlangen nnr drei Mit-glieder, natürlich der Linken angehörig, daß jeder Deutsche zur Oberhaupts-Würde soll gewählt werden können. Die republicanische Minorität verlangt also denPräsidenten an der Spitze.
I>) Vier andere Mitglieder des Ausschusses, gleichsam die Antipoden der vorigenMinorität, nämlich Schreiner Somarnga Wclckcr Detmold, verlangen ein Direkto-rium von fünf Mitgliedern, die von den deutschen Fürsten gewählt werden undin welchem Direktorium Oesterreich und Preußen abwechselnd den Vorsitzführen und bei Stimmengleichheit den Ausschlag geben sollen.
c) Für die Erblichkeit der Oberhanptswürdc, gleichviel ob als Titel Kaiser,König oder Reichsverweser beliebt wird, haben sich im Ausschüsse entschieden Dahl-mann Beseler Soiron Dropsen Briegleb Deiters M. v. Gagern Hergenhahn Tcllkampf