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Mit dem dermalen ambulanten heiligen Stuhle ist der diplomatische Verkehrwieder hcrgcstellt worden. Dies ändert nichts an dem Urthcile, welches dermalen alleverständigen Leute, und seiner Zeit die Geschichte über den, der gegenwärtig daraufsitzt, fällen wird. Aber die katholischen Interessen müßen gewahrt werden, »nd dieFlucht des etwas kleinlaut gewordenen kio IX. gab hiezu den erwünschten Anlaß.
Mit England haben sich unsere Beziehungen in sofcrne geändert, als sic wechsel-seitig geworden sind.
Bisher hatte Lord p.alinerston für sich allein das Privilegium in Anspruch ge-nommen, dem kais. Cabincte gegenüber eine etwas undiplomatische Sprache z» führen.Seither haben wir seinem Beispiele gefolgt und es sogar überbotcn. Um das Unpas-sende der von unserem Amtsvorgänger geduldeten Insolenz des englischen Staatssekre-tärs noch augenfälliger darznthnn und auch höheren Orts fühlbar zu mache», ist dieThronbesteigung Seiner Majestät des Kaisers der Königin von England nur ans demgewöhnlichen Wege angczeigt worden, während Kaiserliche Erzherzoge die Knude hievonnach Berlin nnd Petersburg übcrbrachtcn.
Diese Nuance ist in London tief cmpsnudcn worden nnd siche da! es scheint,nach all' unseren Beobachtungen, als ob Lord I'.ilmvrsw» die Leetion genützthabe.
Die italienische Vermittlnngsfragc geht sehr langsam vorwärts, oder vielmehr, sicist vor der Hand stehen geblieben. Am wenigsten werden wir uns beeilen, sie zu be-schleunigen.
Noch sind nicht einmal die Bevollmächtigten hiezu ernannt, und wir haben un-sere Absichten über die Tragweite nnd Gränzcn dieser Vermittlung so offen und sodeutlich ausgesprochen, daß man in Paris nnd ü»,uio» hierüber wohl keinem ZweifelRaum geben wird. Die französische Negierung bcnrthcilt überhaupt diese Angelegen-heit zu richtig, nm den Lord Ualmsrswn'schc» Vcrgrößernngspläncn zu Gunsten Sar-diniens eine warme Unterstützung zu gewähren. Und in England spricht, wie bereitserwähnt, die öffentliche Meinung so laut für das waffenkräftigc, frisch anflebcndeOesterreich, für den alten Bundesgenossen Großbritaniens, daß an eine wirklich feind-selige Haltung dieser Macht nicht zu denken ist.
Somit ließe die italienische Sache, in ihrem gegenwärtigen Stadium, wenig zuwünschen übrig.
Ans Mailand schrieb mir der Feldinarschall unlängst, daß er mit dem Gedankenumgehe, Venedig anzngrcisc», nnd mit den Vorkehrungen binnen zwei oder drei Wo-chen fertig zu sein hoffe; ich bat ihn — nnd Eure Durchlaucht werden hierin mit mirnbereinstiinmcn — die Vorkehrungen zwar zu betreiben, aber den Angriff selbst indiesem Augenblicke nicht vorznnchmcn. Es würden hiedurch VOOOO Franzosen unver-züglich, und selbst wenn die französische Rcgicrnng widerstreben sollte, nach der Lom-bardie gezogen und dadurch eine Verwicklung hcrbeigcführt werden, die wir jetzt ver-meiden wollen. Die Dinge in Italien gehen überdies ihrer Entwicklung entgegen.Wir wollen sic abwarten, aber abwartcn mit gespanntem Hahn, wie Leute die bereitsind loözuschlagcn nnd nur der günstigen Stunde harren.
Unser Reichstag in Itrsmsivr ist sehr zahm geworden. Jeder Sieg, jeder Fort-lchritt in Ungarn erweitert seinen politischen Horizont und bringt seine gesetzgeberischeGeschichte Oesterreichs, Bd. IV. 4