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4. Der ungarische Winter-Feldzug und octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849 Th. 1 (1876) Der ungarische Winter-Feldzug und octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849
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Vorgänge in unserer Zeit, und die Verhältnisse Deutschlands stets genau im Augebehaltend, sind seine Wahrnehmungen, durch vielfältige Verbindungen im westlichenDentschland geläutert, nicht ungeeignet als werthvolle Andeutungen betrachtet zn wer-den. Ich erlaube mir daher einige Worte darüber in meine gehorsamste Bericht-erstattung ausznnehmcn.

Im Allgemeinen sieht Herr üiotüoml, der Entwicklung der Dinge ans deutschemBoden in der nächsten Znknnft keineswegs mit Beruhigung entgegen; eine Ansicht,welche er mit vielen anderen Politikern tücilt.

Obgleich die Stellung der beiden Großmächte sich in der letzten Periode verbesserthat, so konnte doch diese Verbesserung den Jntrignen und Wühlereien in Frankfurtkeinen Einhalt thnn. Warum dies; nicht geschehen, warum den crcentrischcn Plänennicht wirksamer Einhalt gcthan werden konnte, wird ans Rechnung des zu geringenEinverständnisses zwischen Wien und Berlin gebracht, welches durch die sich zwischendie beiden Höfe drängende Hegemonie-Frage verhindert werde. Die Haltung Preu-ßens in derselben erscheint nicht klar genug, um volles Vertrauen ans die dießfäliigcUneigcnnützigkeit zu setzen. Zwar versicherte der König sagt man sich daß er dieWürde eines Reichsoberhauptcs nie ans den Händen der Versammlung in der Pauls-kirche empfangen, sondern nur dann ans die Idee eingchcn würde, wenn die Fürstenihn dazu anffordertcn, allein in dieser Erklärung liege noch viel Unbestimmtes, Daßnicht alle Fürsten dem Könige ihre Zustimmung geben wolle», sei durch die Erklärun-gen der Könige von Bayern und Hannover dargethan worden. Dennoch habe Herrvon llaxvrn seinen Plan keineswegs anfgcgebcu. Was er nicht unmittelbar von denFürsten zu erlangen Hoffnnng hatte, will er nunmehr ans mittelbarem Wege zu errei-chen trachten. Die Macht der Nationalversammlung ruhe auf revolutionärer Grund-lage; und an die Kraft der Revolution scheine er demnach appellircn zu wollen, umdem Könige von Preußen eine Krone auf das Haupt zu drücken, welche die freiwilligeZustimmnng der Fürsten ihm nicht verleihen würde. Ans die Gefahr hin, den deut-schen Boden neuerdings zu vulcanisiren, gedenke der genannte Rcichsminister seineZwecke zu verfolgen. Die Abneigung der Könige von Baiern und Hannover, so wiedie ungewisse Haltung des Königs von Preußen in der Kaiserfrage, soll durch cmehöhere Macht, durch jene ihrer Völker bezwungen werden. So wie die Stände inMecklenburg, Braunschwcig und Hessen-Kassel sich zu Gunsten Preußens erklärten, somüssen sich auch die Versammlungen in Hannover und Baiern aussprcchen. Sie dahinz» bringen, sei die Ausgabe, mit der man sich gegenwärtig von Frankfurt aus eifrigstbesäße. Haben ans diese Weise die deutschen Völker durch ihre Vertreter ihre Stimmelaut werden lassen, so erübrige nur noch die Ungewißheit des Königs von Preußenselbst zu besiegen, und dies müsse durch die bevorstehende preußische Nationalversamm-lung bewirkt werde».

Dies wäre im allgemeinen Umrisse der Plan, durch welchen Herr von O-iAerntrotz der bisherigen Schwierigkeiten und Oppositionen, zu dem preußischen Kaiscrthnmezu gelangen, und so den Traum seines Lebens zu rcalisircn sich schmeichle.

Als den Erfolg fördernd könne noch angegeben werden, daß die Wahlen zu dembevorstehenden Landtage in Hannover sehr liberal ausfielen, und daß, was Baiernbetrifft, es dem Herrn von Unxern bereits gelungen sei, den jüngst ans dem Mini-sterium getretenen Herrn von Iwroüeiikekl in sein Interesse zu ziehen. Ein energischerAufschwung der demokratischen Elemente in Berlin, wäre die Folge dieser Umtriebe,

Mit der eben geschilderten Anschauung der Verhältnisse und Jntrignen in Frank-furt stimmt, wie ich höre, die Ansicht des Herrn von IVotliomü sehr überein.