Stimmung im Laude Ungarn.
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süchtige Gränzspcrre verwehrt hatte ihrem königlichen Lehnsherrn dasGelöbnis der Treue und Anhänglichkeit darzubringcn. Bon hervorragen-den parlamentarischen Persönlichkeiten stellte sich Dionys Päzmändy, vonsolchen ans dem Beamtenstandc Joseph von Eötvös dem Fürsten zurVerfügung; letzterer nicht zu verwechseln mit dem Freiherrn gleichen Na-mens der sich seit Octobcr ans dem Lande gezogen hatte weil ihm, wieBöswillige verbreiteten, „die Lenormand" prophezeit habe, er werde Mini-ster werden und dann am Galgen sterben. Endlich fanden sich auch dieBischöfe Ungarns zu einem Hirtenbriefe herbei, der gar sehr von jenemabstand den sie am 14. November hinausgegeben hatten*); sic zeigten sichjetzt bemüht ihre Gläubigen, denen die kaiserlichen Proclamationen nurin mangelhafter oder verfälschter Weise zugekommcn oder ganz vorenthal-tcn worden seien, über die wohlwollenden Absichten des frühen: und desjetzigen Königs aufznklären, deren Bevollmächtigter Fürst Windischgrätzkeine andere Absicht habe als dem Lande Gesetzlichkeit Frieden und Ord-nung wiedcrzubringen; sie mahnten, ihrem neuen Monarchen Anerken-nung und Gehorsam darzubringen der sie „mit kräftigem Arm beschirmen,mit milder Güte regieren, durch Achtung der Rechte, durch Förderungihrer sittlichen und materiellen Wohlfahrt beglücken wird"; sie verordntenzugleich „daß in den heiligen Messen dort wo der Name des KönigsVorkommen soll der Sr. Majestät Franz Joseph I. eingeschaltet und anallen Sonn- und Feiertagen das öffentliche Gebet" für Denselben, so wie„die bisherigen Gebete um den Frieden, bis, wie wir hoffen, die gött-liche Huld und Liebe uns ruhigere Zeiten zurückführt", verrichtet wür-de,m'^).
In der That bedurfte cs in dem weitaus größten Theile Ungarnsnicht vieler Uebcrrcdnng um die Leute von der geänderten Lage der Dingeund der Nothwcndigkeit zu überzeugen sich darein zu fügen. In dendeutschen und flavischcnGebietstheilcn stand von vornherein die kaiserlicheSache günstig; sobald nur einmal der Druck der Einschüchterung unterwelchem das Landvolk seit Monaten gestanden sich gehoben hatte, kam esden kaiserlichen Truppen freundlich entgegen, begrüßte sic als Befreier,erbot sich zu jeder Hilfeleistung. Diese Erfahrung hatte Schlik, hatten
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beschichte Oesterreichs. Bd. lV.
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