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4. Der ungarische Winter-Feldzug und octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849 Th. 1 (1876) Der ungarische Winter-Feldzug und octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849
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Ungarische Prognose für den Feldzug.

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wucherten Protcctionswesen und Nepotismus. Um den Oberbefehls-haber zu ködern machte man dessen eigenen Bruder, den er kaum erstzum Lieutenant vorgeschlagen, nach einander zum Oberlientcnant undzum Hauptmann. Leute voll Ansprüchen aber ohne Werth, die keine mili-tärischen Kenntnisse besaßen, oder solche die sich unehrenhaft benommen,etwa vor dem Feinde feig gezeigt hatten und die darum wußten daß sievom Ober-General nichts erwarten durften, nahmen Urlaub oder meldetensich krank und fuhren nach Pest, von wo sie nicht selten mit Beförderungzurückkamen oder in andere Armee-Corps cingetheilt wurden. Görgei führt(I. S. 104, 108 f.) einige auffallende Beispiele dieser Art an, und eskonnte darum nicht Wunder nehmen wenn nach solchen Erfahrungen einCharakter wie er, ein Mann der wußte was er wollte und wessen esdazu bedurfte, bald eine Art Mistrancn und Widerwillen gegen allesfaßte was ihm vom Ministerium oder L. V. A. zukam, sich in den häu-figsten Fällen darum nicht kümmerte sondern nach eigenem Ermessenvorging.

In einem Punkte mußte aber Görgci von allem Anfang doch folgen,und zwar in einem sehr wesentlichen. Wenn wir uns an seine Selbst-bekenntnisse halten wollen (1. S. 118), aber auch an das was hierübervon anderen Seiten bestätigt wird, so gab er die Hoffnung auf bessereErfolge der ungarischen Waffen nicht ans, ja meinte daß diese Wendungnoch vor dem Frühling" cintrcten könne Doch für diesen Zweckverlangte er daß der Armee Zeit gegönnt werde sich vollständig zu organi-siren und anszurüsten, die noch ungeübten Truppen gehörig einznschulen.Er schlug darum vor: die Stellung an dcr Gränze aufzugeben, das Grosseiner Armee in die Verschanzungcn von Raab zu ziehen, die Vortruppenbis Wieselburg vorzuschiebeu; der Sitz der Regierung und des Reichsta-ges sollte jenseits der Theiß verlegt"^), Cadres der künftigen Honvcd-Bataillons dahin mitgenommen, Herbst und Winter zur Eintheilung Aus-rüstung, fleißigen Einübung derselben, zur Anlegung von Magazinen De-pots u. dgl. verwendet werden. Allein er drang mit seinen Vorschlägennicht durch, die Verschanzungen bei Presbnrg und Raab hatten die Sym-pathien des Landes für sich, und Kossnth hatte, selbst wenn er die vonCsänyi im wesentlichen bekräftigten Ansichten Görgels innerlich theilte,nicht so ganz Unrecht wenn er meinte: ein Aufgeben der Gränze imjetzigen Momente heiße dm niederschlagenden Eindruck der Schlappe beiSchwechat nur nachhaltiger machen; mit jeder Handbreit verlorenen Lan-