Centralis,uns und Föderalismus.
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stände und Verhältnisse, wie sie sich im Lauf der Jahrhunderte entwickeltbatten, nur eine zeitgemäße Bundesverfassung tauge die den verschiedenstenBildungen Platz neben einander gönne und an der das nengestalteteOesterreich eben so gut theilnehmcn könne wie es mit dem vormärzlichender Fall gewesen, eine Einrichtung die viel mehr Kräfte und Fähigkeitenals jene für das Gemeinwohl und das öffentliche Leben entwickle unddoch die Einheit zur Verfolgung der höheren Staatszwccke herstellc ^).Mit einem Worte: der Unterschied der beiden Parteien lag eigentlich darindaß die Einen Centralisten, die Andern Föderalisten waren, daß jenen dieEinförmigkeit unter strammer Gewalt gefiel, diese der Mannigfaltigkeit infreier Einigung den Vorzug gaben.
Eine gewaltige Aufregung ging jetzt durch alle Frankfurter Kreise,eine Gährnng die alles durch und von einander brachte. Die Parteiengericthen um so heftiger aneinander als jede in ihrem eigenen Schoßebesondere Kümpfe dnrchznmachen hatte. Vielfach änderte sich auch ihrVerhältnis zu einander, Theile von Clubs lösten sich los und nahmenStellung für sich oder wohl gar gegen ihre früheren Kampfgenossen.Eine Gruppe schleuderte gegen die andere Verdächtigungen und Anklagen,beschuldigte sie unlantcrn Ränkcspicls, sparte selbst Hohn und Unglimpfnicht. Die Parteien stellten sich gegeneinander auf die Lauer, beobachtetenargwöhnisch jeden Schritt der Gegenseite, beschuldigten den Widerpart desAbfalls von dessen früheren Grundsätzen, indem derselbe theils durch Be-arbeitung von Einzelnen theils durch Veranstaltung geselliger Zusammen-künfte selbst die von ihm bisher gemiedene und vervchmte Linke auf seineSeite zu ziehen suche. Die „Groß-Deutschen" zogen wider die „Klein-Deutschen" — denn schon diese Bezeichnung war ja im Grund eine her-absetzende —, wider die „Kaisermacher", wider die „holstein-schleswig'scheProfcssoren-Cligue" los; diese machten jenen ihr Bündnis mit den „Ul-tramontanen" und „Particularisten" zum Vorwurf, ziehen sie der Kurz-sichtigkeit, wo nicht gar des Verrathes an der deutschen Sache"). Unddamit dem unerquicklichen Schauspiele gar nichts abgehe sollte auch dasbekannte: „Schlügst du meinen Juden" rc. eine neue Anwendung erleben:wenn die „Kaiserlichen" an Schmerling kein gutes Haar ließen der ihnenbisher Muster eines Staatsmannes und Regierers gewesen, so vergaltenes ihnen die Andern durch Schimpfen auf Gagern dessen Erscheinungund Auftreten sie noch kurz zuvor die wärmsten Huldigungen dargebrachthatten.