Untersuchungen — Ausweisungen — Verhaftungen.
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keldey's Werkzeuge außer Athem sie aufzuspüreu und zu fassen. Die Aus-weisungen nahmen kein Ende, tagtäglich wurden Einheimische und Fremdezwangsweise fortgeschafft, wahrend sich bei Andern allerhand Vorwändefanden sie beim Kragen zu fassen, wie es u. a. dem gottesläugnerischenDemagogen Held erging dem sein politisches Treiben nicht Zeit gelassenhatte Einnahmen und Ausgaben im Gleichgewicht zu erhalten und derjetzt dafür im Schulden-Arrest büßen mußte. Er war Officier gewesen,hatte den Dienst verlassen und 1843 die „Locomotive" in Leipzig begrün-det die in kurzer Zeit 12000 Abnehmer zählte, aber zuletzt verbotenwurde und ihrem Führer Bekanntschaft mit dem Gefängnis verschaffte.Im März 1848 befreit, mit einer ausgiebigen Stimme und einer gewin-nenden Beredsamkeit begabt, hatte sich Held sogleich in den Strudel derRevolution geworfen, von deren Wogen er höher und höher getragenwurde; er hatte seine „Locomotive" wieder hcrvorgesncht, war Präsidentdes Volks-Clubs, des Arbeiter-Vereins, Major des bewaffneten Arbeiter-Corps, Candidat für das Commando der gestimmten Bürgerwehr gewor-den; sein Ansehen beim Pöbel, sein Einfluß auf die Massen war so großgewesen daß cs, wie Unterrichtete versicherten, nur von ihm abgehangenhatte sich gleich dein ältern O'Conncl eine Rente bewilligen zu lassen.Der Belagerungszustand war sein Ruin, alle seine Einnahmsquellen ver-siegten Plötzlich; er verdingte sich einem Buchhändler, stellte in den Weih-nachtstagen eine Art Puppenspiel auf, aber das Geschäft wollte nichtgehen. Er wurde cingesperrt, und sein Schwager Corvin hielt den tausendund tausend, die noch vor kurzem auf das Wort ihres erkorenen Lieblingsgehorcht hatten, vergeblich die Schmach vor, denselben Mann jetzt wegeneiniger fünfzig Thaler sitzen zu lassen! . . .
Die ersten Tage nach dem Staatsstreich waren die Truppen großen-theils auf ihren Alarm-Plätzen consignirt geblieben; nur bei zwanzigMann per Compagnie durften Tags über ansgehen, und das nur aufeine oder zwei Stunden. Allein der Belagerungszustand schien niemandzu belästigen; es war der alte Zustand der Dinge wie er vor dem Märzgewesen war, und man hatte sich bald daran gewöhnt; unter dem Waltendes Polizei- und Militär-Staates, dessen man vor dem März so herzlichüberdrüßig geworden war, begann sich das Volk jetzt von den Leiden zuerholen die ihm ein achtmonatliches Uebermaß von Freiheit gebracht hatte.Der Herr und Meister des jetzigen Zustandes der Dinge General Wrangelmachte sich bei seiner Strenge, die allerhand Züge von Wohlwollen und