Staatsstreich vom 5. December 1848.
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letzten Sitzungen hin die „einen deutlichen Beweis gegeben daß ein großerbeinahe die Mehrzahl der ganzen Versammlung bildender Thcil in offenerAuflehnung verharre. Bei der numerischen Starke dieser Partei", fuhrensie fort, „würde cs jederzeit von ihrem Belieben abhängcn die Versamm-lung beschlußunfähig zu machen; dieselbe befindet sich hiernach in einemZustande so tiefer innerer Zerrüttung daß mit ihr die Verfassnngs-Be-rathung ohne Verletzung der Würde der Krone nicht länger fortgesetztwerden kann, und wir glauben eine nochmalige Wiederholung des in dervorigen Woche fünfmal mislungenen Versuchs einer neuen .Constituirungder Versammlung pflichtschuldigst Widerrathen zu müßen". Die Einleitungzur Verfassungs-Urkunde erklärte daß die Bestimmungen derselben „inmöglichster Berücksichtigung der von den gewählten Vertretern des Volkesausgcgangenen umfassenden Vorarbeiten" und „vorbehaltlich der am Schlüßeangeordnetcn Revision derselben im ordentlichen Wege" getroffen wordenseien. In der That hatte Manteuffcl, denn diesen bezeichnet man als deneigentlichen Verfasser, bei seiner Arbeit weniger den Camphansen'schen Re-gierungs-Entwurf vom letzten Mai als die Vorschläge der von der con-stituirendcn Versammlung ernannten Verfassungs-Commission zu Grundegelegt und zugleich die Frankfurter Grundrechte des deutschen Volkes thun-lichst einbezogen. Eben so war das Wahlgesetz, das im Nachhang zurVerfassung am nächsten Tage erschien, eher liberal zu nennen, nur daß eskeine direkten Wahlen zuließ.
Das Geheimnis der drei königlichen Erlasse war bis zum letztenAugenblick mit keinem geringeren Flcißc und Erfolge bewahrt worden alsdrei Tage früher das des großen Ereignisses in Olmüz. Auch in Bran-denburg waren selbst die nächsten Mitglieder des regierenden Hauses nichtin das Mitwisscn gezogen worden. Am 4. December 5 Uhr N. M. hattensich die beiden Reichs-Commissarien beim Grafen Brandenburg Ungesunden,hatten ihre Vorstellungen gegen das Verbleiben seines Ministeriums, gegeneine etwa beabsichtigte Octroyirnng einer Verfassung gemacht; Branden-burg hatte sic willig angchört und dann ihre Verabschiedung cntgcgenge-nommen, während schon das Blatt des Staats-Anzeigers unter der Pressewar von dessen Anblick sie, nach Frankfurt zurückgekehrt, überrascht wurden.Viele Mitglieder der National-Versammlung die sich für die Zeit derVertagung aus Brandenburg entfernt hatten kamen schleunig zurückgc-fahren um dem Acte des förmlichen Schlußes bcizuwohnen; ein solcherfand aber nicht statt weil verlautete daß die Linke alles vorbereitet habe
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