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I, 5. Preußen.
wußte, und die ihm eine zweistündige Audienz gewährte; dann reiste ernach Frankfurt zurück.
In der kleinen preußischen Stadt wurde mittlerweile fleißig an denVorbereitungen zur Parlaments-Eröffnung gearbeitet. Das Mittelschiffdes allen Zicrathes entkleideten Domes wurde für die Bänke der Abge-ordneten hergerichtet, an die Stelle des Hoch-Altars kam der Sitz desPräsidenten; der Hof-Tapezierer Hiltl schmückte so gefällig als möglichdie Räume wo, wie die Berliner Demokraten sagten, das königliche „litcts sustivs" abgehalten werden sollte. Von conservativer Seite gab mansich Mühe so viel Abgeordnete als möglich in Brandenburg erscheinen zumachen ^); man besorgte, durch Ausbleiben der Linken möchte die Ver-sammlung beschlußunfähig werden. Unruh war entschlossen sein Präsidiumförmlich uiederzulegeu und erwartete, wie er seinen politischen Freundenam Abend des 26. November mittheilte, daß Plönnies und Philippsseinem Beispiel folgen würden; er für seine Person erklärte Gageru,selbst eine Wiederwahl wenn sic ihn träfe nicht aunehmen zu wollen.
Von den Abgeordneten seiner Partei waren viele bis zum letzten Augen-blick unschlüßig: besorgte die Rechte die Versammlung in Brandenburgmöchte nicht beschlußfähig werden, so fürchteten viele vom Anhang desPräsidenten, darunter mehrere der entschiedensten wie Bücher und Pari-sins, das Gegentheil und sprachen eifrig dafür, sich nicht auf solche Artdas Heft aus den Händen winden zu lassen. Die Bcrathungen darüberfanden an offenen Orten, meist in Restaurationen statt und würden zu-letzt vielleicht dahin geführt haben daß man, dreißig Köpfe von der äußer-sten Linken etwa ausgenommen, zur festgesetzten Zeit in Brandenburgerschienen wäre. Allein das Militär war ihnen fortwährend auf derFerse. Wrangcl ließ an Gasthof- und Kaffeehaus-Besitzer die schärfsten !
Warnungen ergehen unter keinen Umständen Versammlungen in ihren !
Räumen zu dulden; wiederholte Versuche der äußersten Linken, im Hotel !
Mylius, bei Jaroschewitz rc. sich znsammenzufinden, sprengten die Sol- ^
daten durch ihr Erscheinen auseinander; selbst die Wohnungen einzelner iAbgeordneten blieben von militärischen Besuchen nicht verschont, was dieFassung eines gemeinschaftlichen Besuches ganz unmöglich machte 'b).
Auf den 27. November war der Zusammentritt der preußischen Na-tional-Bersammlnng in Brandenburg angesagt. In den Bänken sah esschütter aus, es fanden sich hauptsächlich nur Mitglieder der Rechte»ein; den Borsitz übernahm Oberbnrggraf von Brünneck dem diese Ehre,