Gcwaltthaten nnd Nothstand i» Irland.
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Stellung abfeuertcu sprachen laut daß sic sich die Ehre des Tages zn-schriebcn. Dasselbe that Lord Gough obgleich er drei Meilen vom Schlacht-feld znrückging und in einem verschanzten Lager eine abwartcnde Stellungeinnahm. Am 22. Januar ergab sich die Veste von Multan nachdem sicihre ganze Munition verschoßcn ans Gnade und Ungnade; der von seinenUnterthanen geliebte Dcvan Mulradsch kam als Gefangener in die Händeseiner Sieger. Doch am selben Tage fiel der wichtige Platz Attock imPendschab, am Einfluß des Pnnjnr in den Indus, den Afghanen unterDost Mohamed zum Opfer; die Besatzung selbst öffnete ihren Stamm-genossen die Thore. Durch den Fall von Multan wurden 10000 Mannindo-britischer Truppen verfügbar die zu Lord Gough stießen, allein derFall von Attock verlangte neue Verstärkungen im Pendschab. In demBerichte den Lord Gough über die Schlacht bei Russulnaggar nach Cal-cutta sandte hieß es: „Der Sieg war hinsichtlich der Bewältigung desFeindes vollständig, und sein Bewnstsein einer gänzlichen Niederlage wirdbald offenbar werden; es müßte denn sich das heute umlaufende Gerüchtbestätigen daß Tschuttur Singh sich mit ihm vereinigt." Letzteres tratwohl nicht ein: Tschuttur war alt und beschäftigte sich nur mit der Ver-waltung, das Kriegswesen seinem Sohn überlassend. Doch davon wußteman noch nichts in Caleutta in dessen Regierungskrcisen die Bestürzungüber die Nachrichten aus dem Norden so groß war daß man drei Tagedamit zurückhielt che man sic zu veröffentlichen wagte.
Nicht geringer war die Aufregung in London, wo die angesehenstenBlätter aller Parteien in dem Aburtheil über Gough's Dispositioneneinig waren; inan sprach von einem Wechsel im militärischen Commandound von der Absenkung neuer Regimenter nach Ost-Indien. Im übrigennahmen in England und Schottland die Dinge ihren gewohnten Gang,was im Grunde auch jenseits des St. Georgs-Canals der Fall war;denn leider gehörten Unheil und Unglück jeder Art, wovon in allen Theilender grünen Insel genug zu schauen war, auch zu den gewohnten Erschei-nungen. Die Hochverraths-Processc waren zu Ende geführt und manhatte nur mit einigen Nachwchen derselben zu thun. Auf die flüchtigenJnsnrgenten-Führer Dillon und O'Gorman wurde noch Jagd gemacht.O'Gorman gelang cs erst nach Constantinopel, dann nach Paris zuentkommen. Dillon trieb sich in allerhand Verkleidungen in derGrafschaft Galwah herum und flüchtete, hier erkannt, nach den Arran-Jnseln auf welche bald ein gegen ihn ansgesandter Dampfer losstenerte;
Geschichte Oesterreichs, Bd. IV. Z