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Auf den großen Plätzen hält beständig eine MengeChaise-Rollanten mit einem Pferde, welche nm einen ge-ringen Preis durch die ganze Stadt sich gebrauchen lassen.Palast des Der königliche Palast ist von dem berühmten Bau-
meister Fontana und eines recht majestätischen Ansehens.Die Zimmer sind zwar von königlicher, jedoch nicht außer-ordentlicher Pracht. Die Aussicht hingegen um so vielplaisanter und ich glaube nicht, daß ein Monarch in derWelt etwas anmutigeres sich auserwählen kann. DerKönig sieht aus seinem Bette die in den Seehafen ein-lanfenden und ankommenden Schiffe und hat vor demGesicht die angenehmen schwimmenden Inseln und Bergenebst dem donnernden und feuerspeienden Vesuv. Unweitdavon ist obbemeldetes Kastell Nuovo, wohin sich derKönig bei sich ereignenden Aufständen des Pöbels sal-dieren kann.
In den königlichen Zimmern befand sich eine großeSpanische Anzahl Noblesse und war die Etikette auf spanischem Fußsehr hochtrabend. Die Bedienung sowohl des Königs alsder Königin muß jederzeit ohne Ausnahme auf den Knieengeschehen. Der kaiserliche Gesandte, Fürst Esterhazi, hatteeben zum ersten mal bei Hof das Tabourette, ungeachtetPerson des derselbe allda im großen Ansehen, erhalten. Der König^Kömgin^ hatte aber damals das Fieber und soll ein schwacher,magerer und vom Angesichte schwarzer Herr sein, auchsehr wenig sprechen. Hingegen ist die Königin eine sehrlebhafte, muntere Dame, etwas breit von Schultern undhat viel Aehnliches von Jhro Frau Schwester, der Kur-fürstin aus Bayern. Der älteste Prinz ist durch die Gichtblöde, der zweite aber ein recht artiges Herrlein. DerHochmut und damit vergesellschaftete Dummheit derNoblesse ist derart enorm, daß selbe auch einem regierendenNeichsfürsten den Titel „Durchlaucht" zu refusieren sichnicht scheuen und mit ihrem Exzellenza angestochen kommen.Ter Zeitvertreib derselben und ihre größte Wissenschaftbesteht in Maitressen, Opern und Promenaden. DieDamen sind schön und wohlgewachsen und den Fremdennicht abgeneigt.