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schieht, entsteht allenthalben ein klägliches Zetergeschreiund Lamentieren. Mein Antiqnarius versicherte mich, daßauch die gottlosesten und determiniertesten von Napoli als-dann in solchen Schrecken geraten, daß es mehr das An-sehen einer Verzweiflung habe, als einer schmerzhaftenNeue. Sie stoßen die Köpfe auf die Erde, schlageu aufdie Brust, streueu Asche auf die Häupter und rufen großund klein in allen Straßen mit wehmütigstem Weinenund Heulen. Dessen Ursache ist, weil man jederzeit dieErfahrung gehabt, daß bei Ausbleibung dieses Mirakelsdie Stadt mit großen Erdbeben, Pest oder Hungersnotheimgesucht worden.
Die Profeßkirche der ?. ?. Jesuiten ist ein aus-nehmend schönes Gebäu. Die vollkommensten Malereienund eine Menge der kostbarsten Steine, womit die Mauernbekleidet, setzen den Anschauenden in besondere Ver-wunderung. Der Tabernakel des heiligen Sakraments istgleichsam mit Juwelen bedeckt und der Hochaltar mithäufigem Gold geziert. Ausgenommen der Peterskirchezu Rom habe ich niemals etwas prächtigeres zu Gesichtbekommen. Ich hatte das Vergnügen, auf den Ascher-mittwoch allda eine Predigt zu hören,, welche von sodurchdringender Kraft gewesen, daß der meiste Teil derAnwesenden zu Thräucn bewogen worden. Von denübrigen Kirchen, deren noch etliche sehr vortreffliche ichin Augenschein genommen, will ich dermalen nichts an-führen, gestalten allein davon ein besonderes Diarium zuformieren wäre.
In dem obbemeldeteu auf dem Kastell S. Elmo be-findlichen Karthäuserkloster ist eine große Menge der bestenMalereien und Kirchenzieraten und nebst diesem dasfamose Kruzifix, welches von Michael Angelo nach derFigur eines sterbenden Bauern, der selbst an ein Kreuz ge-heftet und mit einem Dolch erstochen wurde, verfertigt worden.
In der Gegend der obbeschriebenen Straße Toledowohnen die Schildkröten- und Goldarbeiter, bei welchendie auserlesensten Stücke zu finden, davon ich Verschiedeneserhandelte.
Kirche der? p. Jesuiten.
Kruzifix nachder Natur einessterbendenBauern.
Schildkroten-
arbeiter.