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Dem Oatalogus Mntarwn war zunächst eine eingehendeBesprechung der damals vorzugsweise in Gebrauch gewesenenPflanzensysteme, welche er mit großer Gewissenhaftigkeit aufihren wissenschaftlichen Werth prüfte, vorangesetzt. Seinem scharfenUrtheil verfiel zunächst das System des Leipziger ProfessorsAugustus Quirinus Rivinus (1652—1725), welcher die deutscheBotanik in jener Zeit ganz und gar in seiner Beherrschunghatte. Bei der Aufstellung desselben hatte sich dieser Gelehrtevon der absonderlichen Ansicht leiten lassen, daß, weil die Blütheder Fruchtbildung der Zeitfolge nach voranginge, auf jene nur einentscheidendes Gewicht zu legen sei. Er machte deshalb dieRegelmäßigkeit oder Unregelmäßigkeit der Blumenblätter, sowiederen Anzahl zur Grundlage seiner Anordnung. Gerade denungünstigsten Theil der Blüthe, welche erfahrungsmäßig ammeisten Abänderungen unterworfen ist und daher am aller-wenigsten sichere Anhaltspunkte bieten kann, hatte er sich fürsein System ausgesucht, und es litt daher auch an Einseitigkeit.Außerdem hatten sich bei der Unterordnung der einzelnen Artenin Gruppen sehr viele Fehler und Versehen eingeschlichen, welchenun Dillenius der Reihe nach in der überzeugendsten Weisedarzulegen wußte. Den Sporenpflanzen hatte Rivinus so gutwie gar keine Aufmerksamkeit geschenkt und denselben in seinemSystem auch keinen besonderen Platz angewiesen. Schon umdeswillen konnte Dillenius diese Leistung des Leipziger Pro-fessors nicht gutheißen, da sie seinen Wünschen nicht Rechnungtrug. Auch das System des französischen Naturforschers JosefPitton de Tournefourt, welches aus demjenigen Rivins undRays herausgebildet war, sowie das von Knaut entgingen seinemschonungslosen Urtheil ebenfalls nicht. Nur das System desenglischen Botanikers John Ray entsprach den Wünschen desjungen Gelehrten am meisten. Zwar hatte er auch manches
auszusetzen, im allgemeinen aber fand es seine Billigung.
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