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dem sie unter seinen Zeitgenossen keinen Zweifeln mehr begegneteinUnter Beschränkung auf die Betrachtung und Deutung des äußer-lich Sichtbaren löste Dillenins diese Aufgabe, deren Bearbeitungsich zur selbigen Zeit Micheli unterzog. Beide befanden sich mitihren Beobachtungen in Uebereinstimmung und errangen sich damitden Beifall Linnäs. Bald mußte jedoch ihre Ansicht einer besseren,durch das Mikroskop vermittelten Erkenntniß weichen. Jedenfallsgebührt Dillenins das hervorragende Verdienst, das Vorhanden-sein eines Befruchtungsvorganges bei den Kryptogamen nachge-wiesen und die Wissenschaft damit einen bedeutenden Schritt in derErkenntniß der Wahrheit vorwärts gebracht zu haben.
In Deutschland erregte die Schrift des jungen Gelehrteneiniges Aufsehen, Wirkungen von besonderer Nachhaltigkeit aberkonnte sie keineswegs zur Folge haben, weil die Farren undMoose sich hier durchaus keiner besonderen Beachtung zu erfreuenhatten. Anders lagen die Verhältnisse in England, wo bereitseinige Jahrzehnte auf diesem Gebiete vorgearbeitet worden war.Durch das im Jahre 1705 erfolgte Hinscheiden des bekanntenenglischen Naturforschers John Ray hatte aber die Krypto-gamenkunde, wie überhaupt die gesammte englische Botanik ihrenväterlichen Anwalt verloren und war bereits in solchen Rück-gang gekommen, daß der durch diesen Todesfall erledigte Lehr-stuhl an der Universität Oxford ganz aufgegeben worden war.Mit tiefer Betrübniß sahen daher die Freunde der Botanik,welchen zum Theil die glanzvollen Zeiten unter der umsichtigenFührung Rays in lebhafter Erinnerung fortlebten, in die Zu-kunft. Mit welcher Freude mußten sie nun das Auftreten einesjungen Gelehrten, dessen Namen zwar noch von keinem berühmtenKlang, dessen Schrift für die Entwickelung der Wissenschaft sobedeutungsvoll war, begrüßen? William Sherard, welcherals Konsul der britischen Nation in Smyrna gelebt hatte und
im Jahre 1718 aus dem Morgenlande in seine Heimath zurück-csos)