S. 25. 18) K. J. Windisclimann, Das Gericht des Herrn über
Europa. Frankfurt a. M. 1814. S. III. — 313. — 272.
S. 27. 19) Wo im Nachstehenden kein besonderer Titel angegeben
ist, ist „Fr. Nietzsche“ oder dergl. einzusetzen. Die folgenden Gedankenerscheinen mir nicht nur als Abwehr der französischen und englischen An-griffe auf das angebliche Nietzschetum der Deutschen, sondern auch alsStimme neben W. Wundts Schrift „Die Nationen und ihre Philosophie“(Leipzig 1915, S. 104—115) dienlich, der wohl geistvoll, aber nicht sach-richtig den erklärten Positivisten und Antimoralisten zum Ausläufer desdeutschen Idealismus umdeutet. Ich muß jedoch betonen, daß meineAusführung in der Hauptsache niedergeschrieben war (1914), ehe mirWundts Schrift bekannt wurde. —
Der Nietzsche, wie ihn Max Br ahn, Friedrich Nietzsches Mei-nungen über Staaten und Kriege, Leipzig 1915, uns hinstellt, ist eben-falls nicht der echte, sondern ein verbrahnter Nietzsche. Brahn bildetNietzsches Lehre noch weiter um als Raoul Richter, dessen Darstellunger die „beste“ nennt (S. 9). Der Bralinsche Nietzsche lehrt die Ausbil-dung eines Systems von Pflichten (S. 11, 26) und einen Geist des „Opferns“(S. 29 f. vgl. 19 f.). „Verlernt mir doch dieses ,Für‘, ihr Schaffenden“,sagt Zarathustra (IV S. 423); die Ausführung „von der Selbstüberwindung“(II S. 167 f.) hat keine abschließende Bedeutung. „Zwang, Satzung,Not und Folge und Zweck und Wille und Gut und Böse“ sind dieSchöpfungen des „Erzfeindes“, des „Geistes der Schwere“ (III S. 289).Knechtsart ist Zarathustra zuwider (III S. 280). Bedenklich ist zudem anBrahns Verfahren, daß er mit dem „jungen Nietzsche“ (S. 17 f.), mit demNietzsche von 1870/71 (28 f.) operiert. Eine Veränderung der NietzschesGenius-Theorie ist es auch, wenn Br. das Verhältnis von Genius und Werk-zeug des Genius mit dem Verhältnis zwischen dem genialen Oberbefehls-haber und dem Soldaten vergleicht (S. 20). Zu dem, was Brahn über denStaat sagt, nehme man „Zarathustra“ II S. 194 heran!
S. 28. 20) Siehe aber auch Kölnische Volkszeitung 26. I. 1915
Nr. 56, wonach P. Vaughan den deutschen Jesuitenpatres, die sich gegenihn erhoben, das Recht der Vaterlandsliebe nicht beeinträchtigen will.
S. 28. 21) Siehe Kölnische Volkszeitung 1915 Nr. 50 S. 2. —
Emile Boutroux in der mir gerade noch zukommenden Nummerder Revue des deux mondes v. 15. X. 1914 S. 386 ff. nennt Nietzschenicht, beteiligt sich aber an dem kleinlich-törichten Feldzug gegen die„Disproportion“ zwischen der Wissenschaft und dem (äußerlichen) Auftretendeutscher Gelehrter (S. 387), schilt uns „Wilde", „Primitive“, „Hunnen“,„Barbaren“ mit dem französischen Janhagel und verdreht in boshafterUebertreibung die Ideen Ficlites und Ausdrücke deutschen Stolzes, diegegen französische Ruhmredigkeit Kinderspiel sind.
S. 28. 22) Dieser Gesinnung gibt der freisinnige Prediger A. Kalt-hoff, Fr. N. und die Kulturprobleme unserer Zeit (1900) bezeichnendeWorte.