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Was bedeutet "Kulturvolk"?
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tum zu offenbaren schien, vor demHeiligen ihr Hauptneigten, bis auf das fromme Landvolk unsrer Tage, das, un-berührt vom Hohn der Freigeisterei und ungerührt von denGebilden eines nur formalen Schönheitskultes, von seinen alten,sinnigen Bräuchen nicht lassen will, erhält sich zäli und un-ausrottbar der Glaube, daß unser Sein durch die äußere Naturmit einem Ueber-Sein verbunden sei, das unaussprechlich hehruns gegenübertrete und doch dem kindlich vertrauenden Ge-müt voll herzlicher Güte sich in geweihter Stunde erschließe.Aber auch die Kunstschöpfung des neuzeitlichen paritätischenStaates hat mit der Anerkennung der Religionen und Kon-fessionen dieses Merkmal als wesentlich für das Volkstum an-erkannt, und in dem Ueberwiegen dreier entschieden theistischerAusprägungen der Religion, des Protestantismus, des Katho-lizismus und des mosaischen Bekenntnisses enthüllt sieh demdeutschen Staat nur, was als ein notwendiges Eigentum heimi-schen Geistes zu betrachten sei. Der Antisemitismus liegt, wiejeder Beobachter unseres einfachen Volkes zugeben wird, unsnicht und zieht seine Nahrung nur aus dem freilich zuweilenaufflackernden Rassenunterschied und sozialen Mißständen.Nietzsche aber ist antitheistisch bis zum äußersten Grade, undeben darum haßt er das Judentum wie den Katholizismus undhätte er, auch wenn er Janssens Geschichte des deutschenVolkes nie gelesen hätte, mit dem Glauben und der PersonLuthers endgiltig brechen müssen. Wie sich auch die reli-giöse Zukunft unseres Volkes tatsächlich entwickeln möge,über Nietzsches sogenannte Religion wird es zur Tagesordnungübergehen, wenn es deutsch bleibt. Die jungen, allzu jungenNietzscheaner selbst sind innerlich Abtrünnige; denn siemachen aus einem, der nur Mensch sein wollte, einen Gott.

Wer uns verunehrt, was uns hehr ist, der kann nicht derunsere sein. Aber kann denn Nietzsche, eines deutschen Pfarr-hauses Kind, einer deutschen Fürstenschule Zögling, deutscherHochschulen Lehrling, wenn er auch anderes liebt als wir, deutscheWesensart in seinem Tun verleugnen? Nein, man müßte sicherst blenden, um an ihm den Untergrund deutschen Gemüts-lebens nicht zu sehen und zu übersehen jenes Stüekchendessen, was er Philistertum schilt. Aber sehr gegen seinenWillen hat sich solch unvertreibliches Unkraut in seiner Seelebehauptet. Seiner ehrlichsten Absicht nach sollte er so un-deutsch werden, als es nur anging.

Der deutsche Philister schätzt die Wassersuppenklarheit