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Was bedeutet "Kulturvolk"?
Entstehung
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Kulturnation im Juli 1914 sofort auf das allerschärfste ihrentiefsten Abscheu über das Geschehene von Volkswegen öffent-lich verkünden mußte. Rußland hat sich unwürdig und un-klug matt geäußert. Wie unheilvoll die zweideutige Haltungunserer Gegner wirken mußte, bewies die in schmählicherOeffentlichkeit erfolgte Hinschlachtung des Sozialisten Jaurfesin Paris, der sicher nicht zufällige Unfall Delareys, das Atten-tat auf Rasputin, der den Zaren bis dahin vom Kriege zu-rückgehalten hatte, die unglaubliche Bedrohung Sir RogerCasements durch Findlay in einem neutralen Lande. Frank-reich war seit Jahrzehnten reich an Symptomen sittlicherFrivolität auf dem Gebiete der öffentlichen Moral, und mitRecht lehnten sich empört in tiefster Seele die Besseren drübengegen solche Zustände auf. Bei einer ernsthaften und reinlichenErwägung des Verhältnisses zwischen Deutschland und Frank-reich hätte es auch innerhalb des gewöhnlichen Lebens eines höf-lichen Volkes sparsamer Rentner und emsiger Kaufleute nie-mals zu der infernalen Siedehitze des Hasses gegen allesDeutsche kommen können, der uns seit Jahren in steigendemGrade belästigte und zuletzt verfolgte. Aber Presse undschöne Literatur haben da seit einem Menschenalter einegiftige Saat leichtfertiger Stimmung gesät, der es ganz gleich-giltig ist, ob dem Nächsten bitteres Unrecht geschieht odernicht. Demgegenüber suchten die Deutschen allgemein, trotzder entsetzlichen Mißhandlung ihrer Landsleute in den heißenAugusttagen d. J. 1914, während des ersten Abschnitts desKrieges den Galliern gerecht zu werden und fanden Lob undEntschuldigung für dieritterlichen Gegner. Der entweder inVerzweiflung oder in Mißachtung alles Hohen ausartende Skepti-zismus, wie er in Frankreich weiter um sich gegriffen hat,als man ahnt, fand in Deutschland nie Boden. IdealistischeSysteme vom Gepräge des Kantschen, Fichteschen oder Hegel-schen und keineswegs das auf französische Einflüsse zurück-gehende Unsystem Nietzsches beherrschten bei uns die Hör-säle der Universitäten und die höheren Schulen. So stelltesich das deutsche Volk vor Ausbruch des Kriegs und darnachdar, und obwohl das durch Frankreich und England wohl-wollend genährte Einfluten übelster Undeutschheit in Glaube,Sitte und Kunst manche Schichten in größeren Städten er-griffen hatte, so war das Volk doch stark genug, all das an-genommene Wesen alsbald mit kräftigem Rucke von sichabzuschütteln.