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religiöser Ideale, Dignitas, Justitia, Pietas, auf den Schild.Der Name des jüngeren Scipio bürgt dafür, daß nur eine ganzveredelte Auffassung der y.aS-oXtxv] toXctsG 10 ) in seiner UmgebungPlatz gewinnen konnte, und es mag sein, daß sein Kreis dasneue Ideal der Humanitas ausbildete. Bei Cicero, der derberufene Mund des nationalen Fühlens wird, ist es in vollerBlüte da “). Augustus mit seinen Dichtern geben ihm dieletzte Reife. Statt vieler Stimmen nur zwei! Horatius ver-kündet in seinen Staatsoden: Durch iustitia und Con-
stantia, diese altrömischen „Künste“, ist derLatinischeName gewachsen, haben Italiens Kräfte zugenommen, wurdeRuhm und Majestät des imperium Romanum vom Untergangder Sonne bis zu ihrem Aufgang hin verbreitet (Carm. IV,15, 13 ff.). Leuchtend steht das Kapitol und mächtig wirdRom, das grimme, den besiegten Medern sein Recht auf-erlegen (dare iura Carm. III 3, 42 ff.). Und Vergilius singt:Tu regere imperio populos, Romane, memento(Haec tibi erunt artes) pacique imponere morem,Pareere subiectis et .debellare superbos 12 ).
Und mit solcher Zielsicherheit verfolgt der italische Genius seineSendung, daß er nicht nur die Welt mit seinen Götterarmen um-klammert hält, sondern auch Werke seiner Art, Nutzbauten,Wasserleitungen, völkerverknüpfende Straßen 13 ), Städteanlagen,Bäder, Rechtseinrichtungen allüberall auf seinen Wegen erstehenheißt. Fremd e Götterkulte saugt das römische Göttersystem in sichauf, sowie sie ihm homogen sind; aber eben damit verdrängt esdie fremden Sonderreligionen und prägt es seinen Stempel denausländischen Gebilden auf, dem Christentum die Wege ebnend.
Das Mittelalter, diese zweite Kindheit der Kulturvölker,hatte von dem römischen Imperialismus noch zu viel und voneinem bewußten Nationalismus noch zu wenig, um eine Uni-versalidee in unserm Sinne zur Reife zu fördern. Seihe Fülleprachtvollster Individualitäten erzeugte doch noch nicht eineVolksindividualität. Die byzantinischen und romanischen Be-standteile des alten Römerreiches waren noch zu entnervt,um zu neuer heimischer Lebenskraft emporzukeimen, diegermanischen zu jugendlich, um zur vollen Selbständigkeitzu gelangen. Auch für das Frankreich des 13. und 14. Jahr-hunderts ist eine zielbewußte nationale Tendenz zweifelhaft.Der Prozeß der Verjüngung ging bei Christen, Juden undArabern, die damals die Träger der Zukunft sind, stets wieder indirekte Weltmachtsgedanken über. Die Völkerwanderungen der