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Was bedeutet "Kulturvolk"?
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Abstammung den griechischen Dichtern entnahmen, ist einAnzeichen dafür, daß ihnen nicht n ur an der Kriegsherrschaftgelegen war. Aeneas ist der Sohn der Venus, und allzuschwächlich hat man seine Haltung in dem Heldengedichtedes Vergilius gefunden. Eine neue Stadt soll er gründen(moliri tecta), dem kulturreichen Ilion vergleichbar; so denktsich auch Livius offenbar die Sendung des Helden, und Ver-gilius läßt ihn als Fortsetzer der Arbeit des Euander er-scheinen, der an der Stelle des späteren Korns die Grund-steine einer höheren Gesittung auf den Boden natürlicherWildheit gelegt hat.Pius- 1 ist das stehende Beiwort des Aeneas,der von seinem Vorfahren Priamus das Amt übernimmt, denVölkern Recht zu sprechen (iura dare populis). Es bleibedahin gestellt, ob Cato, der Urrömer, oder sonstwer, demfremden Mythus das nationale Gepräge aufdrückte. Sicherist, daß schon zur Zeit des ersten punischen Krieges einerömische Gesandtschaft für eine Intervention zugunsten einesbedrängten griechischen Volksstamms sich auf die Sage gegen-über den Aetolern berief, und Ende des dritten Jahrhundertserkennen selbst die Griechen und Makedonier ihren Gehaltan. Man halte nur einmal den Verstandesmenschen Odysseus,den mit gutem Blicke die Stoa als eine der Personifikationendes Griechentums entdeckte, neben den bei Vergil durch dasepikureische Weisheitsideal nur matt gefärbten gerechtenHeros Aeneas, um zu erkennen, was unter dem Einfluß la-tinischer Lebensauffassung aus seinem Vorbild geworden ist.

Eine ähnliche Wandlung machte der Gedanke einerUniversalmonarchie durch. Das bezeugt der Grieche Polybios.Von Mitleid für Unterdrückte angetrieben, so etwa sagt er,habe sich das römische Volk anfangs in fremde Händel ge-mischt, um den Schwachen zu helfen. Ohne es so recht zubeabsichtigen, kam es auf diese Weise zu seiner Weltmission,und als dann vor 170 der Römer Aemilius Surra die kurz vor-her von einem Pergamener oder Rhodier aufgestellte Theorievon dem vierten Weltreich, dem römischen, dankbar über-nommen hatte, bedurfte es nicht besonderer Mühe, die Politikerdaran glauben zu machen, zumal nach den über Punier, Make-donier und Griechen davongetragenen Erfolgen. Jedochgingen die Römer nicht darin auf, ihr neues Weltreich einfachden wohl zuerst von Theopompos (um 324) proklamiertenWeltreichen der Assyrer, Medoperser und Makedonier gleich-zusetzen, sondern sie erheben damit eine Summe ethischer und