Druckschrift 
Geschichte des ersten Kreuzzuges
Entstehung
Seite
434
Einzelbild herunterladen
 

434

Verfolgung bedurfte er byzantinischer Hülfe zu sehr, um diese ge- ^riugere Angelegenheit nicht ganz in griechischem Sinne zu betreiben.

Zustand des Reiches.

Wir sind nicht eben vollständig über die Regiernngsweise HerzogGottsried's und deren Resultate unterrichtet, und vor Allem derinnere Zustand des Reiches ist durch den Mangel beglaubigter Nach-richten unseren Blicken entzogen, da der bald erfolgte Tod des Herzogsden Berichterstattern Lust oder Stoff zu weiteren Mittheilnngen be-nommen hat. In der neueren Literatur steht freilich ein bestimmtesUrtheil darüber unbestritten fest, indeß dürfen wir uns auch hier einerneuen Prüfung desselben und der Vergleichung mit den Notizen derQuellen nicht entziehen.

Ekkehard sagt^: der Herzog, obwohl über wenige Kräfte ge-bietend, begann Großes zu unternehmen; er verfolgte, wo er sie fand,die Reste der Heiden, legte an paffenden Orten Befestigungen an,stellte Joppe und dessen lange zerstörten Hasen wieder her, unter-stützte die Kirche und den Clerus, gab den Klöstern und dem Hospitalzu Jerusalem reiche Geschenke, hielt sich des Handels wegen in festemFrieden mit Askalon und Damascus, schätzte vor Allem die Ritterdeutschen Stanimes hoch, empfahl ihre Rauhheit durch eigene Mildeden französischen Edlen, und verhütete beider leicht erregbare Eifer-sucht durch vollkommene Kenntniß der beiden Sprachen.

Man muß gestehen, daß damit des Lobes genug gesagt ist, unddaß, wenn sich Alles in Wahrheit so verhielt, das Reich schnell empor-blühen mußte. Auch liefert Albert zu den meisten der hier aufge-führten Punkte einzelne Belege, vor Allem, was die Sicherung desLandes gegen die Saracenen angeht.

Ende October, sagt er^), empörte sich Arsuf; die Geißeln, welchedie Stadt gestellt hatte, waren entflohen und die des HerzogsGerhard und Lambert von Avesnes^) wurden, an einen Mast ge-bunden, den christlichen Geschossen ausgestellt, als Gottfried die Stadt

1) 0. 19.

2) S. 293- Sieben Wochen vor Mitte Dccember.

3) I,. VII. o. 2, 15 ist nur Gerhard genannt, Lambert mit ihm o. 5.