Druckschrift 
Geschichte des ersten Kreuzzuges
Entstehung
Seite
433
Einzelbild herunterladen
 

' 1^2

433

sahen ein, daß, wenn auch diese zu dem feindlichen Heere stießennichts Undenkbares bei Laodiceas früherem Verhältniß zu Robertalle und jede Hoffnung verschwinden müsse. Demnach sandten siean Robert selbst und boten ihm die Erneuerung seiner Herrschaft an,wenn er sie von Boemund und den Pisanern erretten wolle. Robertging ohne Schwierigkeit darauf ein; für Dagobert fiel sogleich jederVorwand zu Feindseligkeiten fort ff und Boemund mußte sich ent-schließen, die sichere Beute für dieses Mal fahren zu lassen. Erging darauf, von dem Erzbischöfe begleitet ff, nach Antiochien zurück;der Herzog von der Normandie, die Uebrigen mit ihm, hatten indeßLaodicea in ihrer Hand. Hier entstand nun die Frage, was damitzu beginnen fei, denn der Herzog gedachte jetzt so wenig als irgendjemals im Oriente zu bleiben, und jeder Andere, von geringerer Plan-losigkeit oder Barmherzigkeit, hätte unter solchen Umständen die Ein-mischung überhaupt vermieden. Mit Freuden hörte man also dieVorschläge der Laodicener, welche im Wesentlichen auf folgendePunkte hingingen: sie baten, man möge sie in ihrer Selbständigkeit,als Theil des griechischen Reiches, ungefährdet lassen; dafür würdensie kostenfrei die Pilger nach Konstantinopel bringen, und dort derKaiser ihre Verdienste um feine Stadt auf das Reichste belohnen.Sie hatten hiemit das richtige Wort gefunden; binnen kurzer Fristwar der Vertrag geschlossenff und noch im September 1099ff gingendie Fürsten nach Europa unter Segel. Nur Raimund von Toulouseblieb in Laodicea zurück: hier mag Albert den wahren Grund an-geben, die Furcht vor Boemund's Gewinnsucht und Hartnäckigkeit.So viel ist gewiß, daß er nach der Entfernung Robert's die Stadtoccupirte, sie dann aber nach kurzem Besitz ohne Widerstreben demgriechischen Befehlshaber jener Districte überlieferte ff: er hatte diealten Pläne gegen Tripolis nicht vergessen, und für deren fernere

1) Der Brief der Fürsten hat die allgemeine Notiz, Dagobert habe die strei-tenden Fürsten versöhnt. Doch ist die Angabe zu unbestimmt, um in Betrachtkommen zu können.

2) Daß Dagobert sich ihm anschloß, ist wenigstens sehr wahrscheinlich nachlüüvüsr s>. 401.

3) Orä. 1. e.

4) ^.td. I. o., in jeder Hinsicht glaublich.

5) Ooran. p, 329.

v. Sybel, Gesch. d. ersten Kreuzzuges. 28

r

r