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Laodicea besessen, übernahm sogleich den Widerstand gegen solch einrechtloses Unternehmen; aus sein Einschreiten erklärten sich Alle fürAufhebung der Belagerung, und auch Boemuud mußte wohl oderübel sich zur Verzichtleistung auf seine Absichten bequemen. Raimundbesetzte darauf die Festungswerke und pflanzte auf dem höchstenThurme sein Panier auf, und dann erst wurden die Uebrigen, derHerberge wegen, innerhalb und außerhalb der Mauern vertheilt. Dieanderen Fürsten schifften sich bald darauf nach Europa ein, nur Rai-mund blieb zurück, fürchtend, die gewonnene Stadt, wenn er sich ent-fernte, durch Boemund's List und Gewalt sogleich wieder einzubüßen.
Ich unterlasse hier eine förmliche Wiederlegung dieser Angaben,obgleich innere Widersprüche und schlagende Unrichtigkeiten eine solchenicht eben schwer machten. Es ist hinreichend, wenn wir die Naturdieses Berichtes und seine Verschiedenheit von den quellenmäßigenErzählungen bestimmt erkennen, und nur au die frühere Bemerkungwill ich deshalb erinnern, daß hier nach langer Feindseligkeit dieUeberlieferuug einmal wieder eine Erfindung zu Ehren des Grafenvon Toulouse gemacht hat. Daß es gerade an dieser Stelle und indiesen Räumen geschah, erklärt sich leicht, wenn wir die zunächst fol-genden Jahre für einen Augenblick mit in Betracht ziehen. ImJahre 1100 und 1101 war gerade Laodicea ein steter Mittelpunktgriechischer und normannischer Kämpfe, Raimund versuchte umsonstzu vermitteln, und wie solche Vorfälle die wunderlichsten Abbilderund Reflexe in den Erzählungen jener Zeit hervorriefen, davon unszu überzeugen haben wir bereits mehrfache Gelegenheit gehabt.
Was aber die Thatsache selbst angeht, so ist Folgendes derwirkliche Hergang des Ereignisses. Edgar Aetheling, bekannt in denKriegen zwischen Sachsen und Normannen um das englische Reich,hatte mit einer Flotte von dreißig Fahrzeugen auf dem Meere eingünstigeres Glück versucht. Während das Kreuzheer noch auf seinem
1) Orüsrie. Vit. x. 778, eine ausgedehnte Stelle, mit einzelnen Unrichtig-keiten — die Stadt sei von E. genommen worden, als Kerbnga vor Antiochienstand, Raimund sei mit den Roberten nach Constantinopel gesegelt rc. — derenallgemeine Glaubwürdigkeit mir aber nicht zweifelhaft erscheint. Sie paßt zuden Angaben der übrigen Quellen, und zeigt localen Ursprung, die beste Bürg-schaft bei einer Nachricht Orderich's. — Die Anzahl der Schiffe bei Uaün.x. 173.