seits müssen wir etwas weiter ausholen, um zuvörderst einen Haufenvon Erdichtung, den Albert um die Thatsache umher zusammengebrachthat, hinweg zu schaffen.
Guinimer aus Boulogne, erzählt erff, ein Ministerial des GrasenEustach, hatte Seeleute aus Antwerpen, Friesland und Flandern an-geworben, mit denen er die Meere durchkreuzte und in Seeräubereiseinen Unterhalt fand. An der Küste Südfrankreichs vereinten sichzahlreiche Provenzalen mit ihm ; so verstärkt gelangte er in diesyrischen Gewässer und erschien auf dem Schauplatz der Kreuzfahrtzuerst vor Tarsus, unmittelbar nachdem Tancred von dort durchBalduin vertrieben worden war. Er erkannte den letzteren mit Freudenals seinen angestammten Herrn, und ließ ihm 300 Mann zur Be-setzung von Tarsus zurück?) Nach diesem zeigt er sich uns zumzweiten Male eben in Laodicea: während das Kreuzheer, sagt Albert,Antiochien belagerte, warf seine Flotte Anker vor der damals tür-kischen Stadt; es gelang ihm, zuerst den Hafen, dann die Stadt selbsteinzunehmen und in seinem Besitz zu erhalten. Nachdem Antiochiengefallen war?), übertrug er sie dem Grafen Raimund von Toulouse;ihn selbst nahmen griechische Truppen gefangen, setzten ihn jedochbald nachher auf Verwendung des Herzogs von Lothringen wiederin Freiheit. Raimund aber, als man den Weg nach Jerusalem an-trat, lieferte Laodicea, den früher geleisteten Eiden gemäß, wieder indie Hände des rechtmäßigen Herrn, des griechischen Kaisers ab, derdemnach die Stadt mit eigenen Truppen besetzte. Wie hätten nachdem Allen, fährt Albert fort, die Fürsten sich des Erstaunens undUnwillens enthalten können, als sie jetzt vernehmen mußten, Boemund,ungesättigt in der Begier zu erwerben, bestürme Laodicea mit allenKräften, mit Hülfe einer starken Pisanischen Flotte, mit der nächstenAussicht aus die Eroberung der Stadt. Raimund, wie er früher
1) I,. III. v. 14. 2) n,. VI. o. 55.
3) Es ist auch nach dem Albert'schen Texte unbegründet, daß Guinimer,wie wohl angenommen worden ist, von dort mit Balduin gezogen und die See-räuberei aufgegeben habe. Itsliotis navibus, larsuin vsnvrnnt, sagt wohlAlbert, aber er zog nur bis Mamistra mit. Hl. 59.
4) Freilich läßt Albert III. 59. ihn schon während der Belagerung vonden Griechen gefangen nehmen, und setzt hinzu, er hätte sich in keiner Weise mitdem Kreuzheere in Verbindung gesetzt.