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Geschichte des ersten Kreuzzuges
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Zum Glücke Europas fiel Musa gerade damals bei dem Chalifenin Ungnade, und sein großer Entwurf wurde nur bruchstückweise,und deshalb ohne Erfolg zur Ausführung gebracht. Man schrittfür's Erste zu dem Angriff auf Constantinopel, und bedrängte dieStadt drei Jahre lang zu Wasser und zu Laude. Kaiser Leo III.aber hielt unerschütterlich aus, vernichtete die Flotte mit seinen Bran-dern durch das kurz zuvor erfundene griechische Feuer, und zwangendlich 718 auch das Landheer zum Rückzug. Es dauerte dannlänger als ein Jahrzehnt, ehe es im Westen zu dem Anfalle auf dasfränkische Reich kam. Er hätte früher die größte Aussicht gehabtweil zu Musa's Zeit die Franken in arger innerer Verwirrung lagen';seitdem aber hatte sich dort einer der kampfesmuthigsten Helden allerZeitalter erhoben, Karl Martell war an die Spitze des fränkischenReiches getreten, und er war es, der in sechs heißen Schlachttagenbei Poitiers die arabischen und afrikanischen Schaaren vollständigbesiegte. Das Volk des Ostens, sagt ein spanischer Geschichtschreiber,das Volk der Deutschen, Männer von scharfem Blicke, schwerer Brustund eiserner Hand, haben die Araber zermalmt. Mit diesem doppeltenMißlingen war die große Offensive des Islam zum Stehen ge-kommen. Das Christenthum hatte harten Verlust erlitten, es hatteseine Geburtsstätte, Palästina, es hatte seine ältesten Kirchen in Klein-asien und Afrika eingebüßt. Aber es hatte sein Dasein gerettet, undsehr bald nach Karl Martell erhielt es durch dessen mächtigen Enkel,Karl den Großen, einen Vertreter seiner Einheit und seiner Gesammt-iuteressen, der als Kaiser des christlichen Abendlandes von dem Cha-lifen selbst eine gewisse Anerkennung errang. Der Kampf zwischenbeiden Religionen kam seitdem für mehrere Jahrhunderte zur Ruhe,und nur in einigen Grenzgebieten, den spanischen Marken, den InselnItaliens und den Küsten Kleinasiens setzten sich örtliche Fehden fort,als stete Erinnerung au den in der Tiefe unaufhörlich glimmendenGegensatz.

Von diesem Punkte an zeigt sich merkwürdig genug in den beidenWelten eine völlig entgegengesetzte innere Entwickelung. Im Islamhatte bis dahin das religiöse Element alle anderen iu den Schattengedrängt; der religiöse Krieg war die einzige Beschäftigung der Völker,die Herrschaft der Chalifen der einzige Stoff des Staatslebens ge-wesen. Seit dem 9. Jahrhundert wurde diese Einseitigkeit nach allen

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